Samstag, 25.07.09

Boulogne Sur Mer  0 SM

 Wind, Welle und Tide sind gegen uns. Sonntag soll es passen. Unser Stegnachbar Pascal kommt mit seinem Laptop und gibt uns Tipps für unsere Route. Mittags fährt es mit Hans los in der Angelegenheit Gasflasche. Dafür reiche ich ein Glas Kuchen rüber. Ansonsten streichen, Motorraum aufräumen etc.. Abends kommen Geoff und Abigail noch auf ein Glas Wein und bringen uns zum Abschied leckere Chocolades mit, die hier hergestellt werden.


Sonntag, 26.07.09

Boulogne Sur Mer – Dieppe  62,5 SM  13 Std

 Früh geht es los. Schleusen um 6.39 Uhr. Ereignisloser Segeltag. Das letzte Drittel unter Motor – kein Wind. Abends um 21.00 Uhr erreichen wir Dieppe bei Niedrigwasser. Ich habe ein neues Mittel gegen Seekrankheit genommen, das mich aber so müde macht, dass ich den Vormittag im Cockpit verschlafe. Nun ja, dann ist mir zwar nicht schlecht, aber mein Mann muss alles alleine machen. Also doch lieber Cocculus und Vitamin C.


Montag, 27.07.09

Dieppe (F)  0 SM

 Die Stadt Dieppe ist eingebettet zwischen Kalksteinfelsen. Der Hafen liegt mitten in der Stadt zwischen alten Häusern und hat einen Tidenhub von über 9 Metern. Als ich morgens beim Aufräumen im Vorschiff ankomme, oh Schreck, die Luke war nicht ganz verriegelt, die Betten sind komplett nass durch überkommendes Spritzwasser. Also alles raus, es regnet gerade. Auch so kann man Salzwasser abspülen. Die Matratzen abledern und in der Essecke zum Trocknen aufstellen, Bettwäsche und Inletts über die Reling hängen – Seglerfreuden! Mukka trinken und entspannen.

Stadtbesichtigung, am Kiesstrand und nachmittags die Sonne geniessen.

Teurer Aufenthalt mit 34.- € Liegegebühr – es wird Zeit für Ankerliegeplätze, aber die sind in Frankreich nur selten. Die nächste Möglichkeit ist in Cherbourg im Vorhafen.


Dienstag, 28.07.09

Dieppe – St. Valery En Caux  18 SM  5,06 Std

 Unter Motor gegen 17.00 Uhr im Hafen St. Valery in der Normandie. Wunderschön hier. Mit Handschlag werden wir am Boot begrüßt, alle Informationen teilweise sogar in Deutsch überreicht und ein unwiderstehliches Angebot gemacht von 2+1 Übernachtung gratis. Dieser Hafen ist schwierig anzulaufen, weil er nur drei Stunden vor und 2 Stunden nach Hochwasser geöffnet ist. Insofern ist er nur für wenige Fahrtensegler ein Ziel, ist uns aber in Belgien von Stegnachbarn besonders empfohlen worden. Und die haben recht – alte normandische Villen, Blütenpracht, kleine Geschäfte. Es gefällt uns hier.


Freitag, 31.07.09

St. Valery En Caux  0 SM

 Besuch aus der Heimat!

Meine Schwester Irmlinde aus Moers trifft am späten Nachmittag mit den drei Kindern Lukas, Peter und Moritz ein. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, rollt jeder seinen Schlafsack in der entsprechenden Koje aus, richtet sich ein und dann geht es zum ersten Rundgang ins Städtchen und zum Strand.


 Montag, 3.08.09

St. Valery En Caux  10 SM

 Die Tage vergehen mit Strand, Bummeln, Bootsarbeiten und natürlich Essen. Moritz und Peter erledigen die Mastarbeiten, das Boot wird geputzt und sonstige kleine Dinge erledigt.

Heute gehen wir raus zum Segeln. Beim Ablegen versetzt uns die Strömung vom gerade geöffneten Hafentor so stark, dass wir mit dem Vorsteven eine kleine Schramme ans Nachbarboot fahren. Wir einigen uns später auf 100.-€. Der Flaggenmast ist etwas verbogen und ein kleiner Lackschaden am Gelcoat.

Die Kinder bekommen eine Schwimmweste und jeder hat bestimmte Aufgaben zu erledigen. Seeventile und Fenster schließen, alles sicher stauen, Geschirr mit Tüchern abpolstern, Stromkabel einholen etc..

Es ist sehr wenig Wind und kaum Welle, aber nach einer knappen Stunde werden die beiden Jüngsten ganz still. Peter opfert Neptun und bis zum Ende der Tour hocken die beiden mit unserem blauen „Neptuneimer“ auf dem Achterdeck und müssen auf den Horizont schauen. Wir wenden sofort und so ist der Segeltörn nach zwei Stunden vorbei. Lukas hat keine Probleme. Fazit: zwei unserer drei Leichtmatrosen möchten nicht noch einmal segeln und die nächsten Ferien dann auch lieber an Land verbringen!

Ein Unglück kommt ja selten allein – nachmittags fällt noch der Hund beim an Bord heben ins Wasser und muss mit dem Bootshaken wieder hochgezogen werden.

Abends spielen wir Canasta.


Dienstag, 4.08.09

St. Valery En Caux  0 SM

 Peter und Moritz sind den ganzen Tag beschäftigt und bauen ein Senknetz aus einem alten Regenschirm. Aber der große Fang zum Abendessen bleibt aus und so gibt es dann doch Bratwürstchen. Morgen nach dem Frühstück wollen die vier wieder in die Heimat und für uns geht es weiter nach Cherbourg.


Mittwoch, 5.08.09

St. Valery En Caux – Cherbourg

 Abschied! Fünf schöne Tage sind um. Das Zusammenleben ging sehr gut. Jeder hat mit angefasst und unser kleines Zuhause in Ordnung gehalten.

Um 13.30 Uhr legen wir ab nach Cherbourg. Um 19.36 Uhr queren wir bei N 49,66 den 0 Längengrad und ändern damit unsere Position von East auf West.

Donnerstag, 6.08.09

Cherbourg  107 SM  26.23 Std

 Nachtfahrt. Ruhige See, mittlerer Wind. Ankunft um 17.00 Uhr im Regen. Starker Strömungsversatz vorm Hafen. Müde!

Liegeplatzgebühr 30.- €. Die ersten Palmen auf unserer Reise. Ein Park direkt am Hafen und schöne alte Gebäude in Sichtweite. Der Hafen ist recht groß und die Yachten werden internationaler. Viele Briten, aber auch Schweden, Finnen und Schweizer.

Freitag, 7.08.09

Cherbourg  0 SM

 Mein Bruder Winni ist spontan angereist mit Freundin Evelin und deren Sohn Kevin. Über 900 km eine Fahrt – es wird jetzt weit. Um Mitternacht treffen die drei ein. Evelin und Kevin bleiben im Womo, Winni rollt seinen Schlafsack im Vorschiff aus.


Montag, 10.08.09

Cherbourg  0 SM

 Stadtbummel, Schlauchbootfahren, Atom U Boot und Traumschiffbesichtigungen standen auf dem Programm. Für uns noch einmal die Möglichkeit zum Großeinkauf in den Leclerc Super Marche zu fahren und 200.- € auszugeben. So sind drei Tage schnell um. Morgen früh ein doppelter Abschied. Der Moppel geht in die alte Heimat zurück. Aandora verliert die Angst beim Segeln nicht und die Törns werden jetzt länger, die Landgänge schwieriger. Da heißt es den eigenen Egoismus zurückzustellen und ihr das Landleben wiederzugeben. Vielen Dank an Axel und Marion für ihre spontane Zusage den Mops aufzunehmen. Die beiden haben bereits eine ähnliche Rasse – eine französische Bulldogge.


Dienstag, 11.08.09

Cherbourg  0 SM

 Tränenreicher Abschied ! Moppel steigt in das altvertraute WoMo und beendet das Leben als Bordhund. Ich stürze mich auf Staubsauger, Putzlappen und Wäsche bis ich mich emotional wieder gefangen habe. Abends muss mein Mann mit mir spazieren gehen.


Mittwoch, 12.08.09

Cherbourg  0 SM

 Krank! Winni hat uns gestern unsere dritte Hepatitisimpfung (hatten wir zur Selbstimpfung mitgenommen, aber wenn schon mal ein Fachmann da ist...) verabreicht und mich treffen fast alle Nebenwirkungen, die auf der Packung verzeichnet sind. Übelkeit, starke Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Hitze, Schwindel, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit und Blutdruckabfall. Hans geht es gut. Bei den ersten beiden Impfungen hatte ich auch keine Beschwerden. Diesmal kann ich nur teilnahmslos im Bett liegen.


Donnerstag, 13.08.09

Cherbourg  0 SM

 Wieder auf, aber völlig schlapp.

Kein schwarzes Gesichtchen guckt mir morgens mehr aus dem Körbchen entgegen.

Depressiver Tag.

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