Samstag, 31.10.09 – 7.11.09

Überfahrt Povoa – Madeira  825 SM  7 Tage

 

Erster Tag auf See. - Gegen 13.00 Uhr verlassen wir diese nette Marina bei nebligem, trübem Wetter mit SW Wind und segeln erstmal raus, um Abstand von der Küste zu haben, bis morgen der erwartete Nordwind eintrifft. Beim Hochziehen des Großsegels reißen mal wieder die Lazyjacks. Kommt auch auf die "To Do Liste". Die erste Nacht verläuft ruhig, die Wacheinteilung haben wir in dreistündigem Rhythmus ganz gut durchgehalten.


Zweiter Tag auf See. -In meiner Wache um vier Uhr morgens melden sich unsere  Freunde, die Delphine mit ihren sonaren Verständigungslauten und auch Geräuschen, die sich ähnlich wie Vogelgezwitscher anhören. Es bleibt neblig, alles ist feucht, vormittags kommt nur ganz kurz die Sonne raus. Den ganzen Tag bleibt das Segeln sehr unangenehm- es steht Wind gegen Welle und so werden wir ordentlich durchgeschaukelt. Hans verletzt sich einen Finger an der schlagenden Fockschot und etliche blaue Flecken hören natürlich auch dazu. Die Küche bleibt heute kalt, Kochen ist kaum möglich.


Dritter Tag auf See. -  Die Sonne kommt raus, der Wind hat auf Nordwest gedreht und so können wir endlich den richtigen Kurs anlegen. Bei Windstärke 4-5 rauschen wir dem Ziel entgegen, leider ist die Rollbewegung mit Wind von achtern so stark, dass diesmal sogar dem Skipper kurzzeitig übel wird. Ich habe zwar vorbeugend Tabletten genommen, aber gut geht es mir trotzdem nicht und ein Migräneanfall kündigt sich natürlich auch noch an. Zu Essen gibt es heute nur eine heiße Hühnerbrühe mit Vollkornbrot – die Töpfe bzw. der Inhalt wollen einfach nicht auf dem Herd bleiben und kochendes Wasser schwappt hin und her. Das ist einfach zu gefährlich. Eine Ladung aus dem frisch aufgegossenen Kaffeefilter hat sich in der gesamten Pantry verteilt, eine Essigflasche ist zu Bruch gegangen und verströmt einen betörenden Duft, aber die gründliche Säuberungsaktion muss warten bis wir im Hafen sind. Ich kann mich immer nur wenige Minuten unten aufhalten bevor die Übelkeit wieder zu stark wird. Nachts bleibt der Wind weg und der Jockel muss ran. So werden wenigstens die Batterien wieder voll.


Vierter Tag auf See. - Unser erster fliegender Fisch hat sein Leben gelassen und bekommt ein anständiges Seebegräbnis. Die Windstärke schwankt heute von 2-4, aber mit einem Mittel von 5,3 Knoten kommen wir halbwegs voran.


Fünfter Tag auf See. - Heute ein absoluter Wohlfühltag. Die Sonne scheint, die Destiny gleitet beständig durch die Wellen, ich kann sogar zwischendurch mal lesen, im CD Wechsler läuft Emmylou Harris und die Piraten CD, wir nehmen eine Cockpitdusche und abends als krönenden Abschluss gönnen wir uns aus unserem Einkochvorrat Kohlrouladen mit Kartoffeln und Tomatensalat.


Sechster Tag auf See. - Windstärke 4, der Wind hat auf NO gedreht, bis mittags rollen wir wieder sehr unangenehm und entschließen uns dann vor dem Wind zu kreuzen auch wenn wir dadurch länger brauchen. Die stabile Seitenlage ist uns lieber. Hans hat Halsschmerzen und Ohrenschmerzen und ich verordne ihm eine Antibiotikakur aus unserer reich bestückten Bordapotheke. Unser gesamtes Gemüse sieht nicht mehr sehr frisch aus, hat vermutlich die Schaukelei nicht gut vertragen und wird entsorgt.  Aus den noch brauchbaren Resten mache ich eine Tortilla, da passt ja alles rein.   Diese Nacht verbringe ich komplett im Cockpit, der Windpilot hält uns auf Kurs, Sterne und abnehmender Mond, Wind aus NO mit Windstärke 4. Eigentlich wollen wir ja Madeiras kleine Nachbarinsel Porto Santo anlaufen, aber dafür sind wir zu spät um noch bei Tageslicht einzulaufen. Es wird bereits um sechs Uhr abends dunkel und wir beschließen direkt Kurs auf Madeira zu nehmen. Dafür sind wir dann aber zu früh und kreuzen so einmal vor Madeiras Nordküste auf und ab, bis wir im Morgengrauen in die Marina Quinta do Lorde am östlichen Ende der Insel einlaufen.


Siebter Tag auf See. -  Morgens um neun ist es geschafft. 825 SM (Luftlinie 620 SM) in 188 Stunden, davon 29 Stunden mit Motor. Fazit : der englischen Seglerweisheit "Sailing is nice only one day out of ten" können wir nur voll zustimmen. Jetzt folgen die Aktionen Aufräumen, Bootswäsche, Duschen, Einklarieren und Erholen und das alles bei strahlender Sonne. Sehr angenehmes Klima hier. Abends trifft Ruben mit der Lida www.sy-lida.de  ein, der junge Einhandsegler, den wir aus Povoa (Portugal) bereits kennen und ein weiterer Deutscher Thomas, ebenfalls Einhand unterwegs. Heute gehen wir das erste Mal seit einer Woche früh und wieder gemeinsam in die Koje.


Sonntag, 8.11.09 

Madeira  0 SM

 Nach zehn Stunden im Tiefschlaf gibt es erst mal ein leckeres Sonntagsfrühstück mit Ei. Das tut gut, am Tisch sitzen ohne Schräglage, ohne dass der Kaffee überschwappt und das Brot vom Teller flitzt.

Leider habe ich heute morgen einen nussgroßen, schmerzenden Knoten, den ich schon Mitte der Woche ganz klein bemerkt hatte, am Hals neben der Halsschlagader. Kopfdrehen und Halten ebenfalls sehr schmerzhaft. Da mache ich mir doch etwas Sorgen. Catia in der Marina empfiehlt mir das Medical Center im nächsten Ort Machico.

Nachmittags erkunden wir die Gegend. Hinter der Marina eine riesige Baustelle, Hotelkomplex und Appartements werden hier aus dem Boden gestampft, alles im gleichen Rohbauzustand. Die ersten Rohbauten fangen schon wieder an zu gammeln und wie wir hören ist noch nicht viel verkauft. Das war aus der Vorinformation im Internet über die Marina nicht zu entnehmen, da sah alles computeranimiert schon fertig aus. Wir machen uns den Spaß und besichtigen eines der zwei bereits fertig gestellten Appartements ( ab 400.000 € mit einem, ab 540.000 € mit zwei  Schlafzimmern! ). Ansonsten ist hier in der Umgebung nichts. Den Ausgleich bietet die Marina mit eigenem Service - zweimal täglich gibt es auf Voranmeldung Fahrgelegenheit zum Einkauf nach Machico. Auch sonstige Angelegenheiten und Termine werden bestens von Catia und Joana im Büro geregelt. Wenn irgendetwas zu schleppen ist, wie Wäschesack oder ähnliches kommen  Bruno oder Carlos sofort mit dem Golfwagen angeflitzt und laden alles ein. Sanitärgebäude sehr sauber und schön, Duschen inclusive, Waschmaschine 7kg für 7.- €. Nettes Ambiente, wenn die Baustelle nicht wäre. Nächstes Jahr im Juni soll alles fertig sein. Wir werden uns mal über Google Earth auf dem laufenden halten. Wir befürchten eher, dass das Bauprojekt hier ein Milliardengrab wird, wie so vieles, was hier aus dem Boden gestampft wurde (natürlich meistens mit EU Fördermitteln).

Montag, 9.11.09 

Madeira  0 SM 

Morgens um 10.15 Uhr mit dem Marina Bus, Fahrer Sergio und vier weiteren Yachties zum Großeinkauf in den Pingo Doce nach Machico.

Nachmittags kommt der Segelmacher und schlägt das Großsegel ab - zwei Augen sind inzwischen ausgerissen und die Fock hat einige Scheuerstellen.

Abends kommt Derek zum Essen. Derek ist 70 Jahre alt, war von Beruf Ingenieur, ist weltweit tätig gewesen, kommt aus England und lebt dort mit seiner Frau in einem Wasserturm direkt an der Küste unterhalb von Dover. Das hat mich natürlich sehr fasziniert , da es auch immer ein Traum von mir war, im Wasserturm zu wohnen. Er hat mir einige Bilder und auch sein Boot ( an old man´s boat, wie er sagt ) gezeigt. Zur Zeit ist er allein an Bord seiner Nauticat 361 und hat sich gefreut mal wieder was Richtiges zu essen. Er spricht sehr gut Deutsch und so verläuft die Unterhaltung sehr fließend in einem Gemisch aus beiden Sprachen und wir lernen wieder einiges dazu.

Dienstag, 10.11.09 

Madeira  0 SM 

Sergio setzt mich statt Großeinkauf nachmittags beim Medical Center ab, die Schwellung ist wieder kleiner geworden, aber immer noch schmerzhaft. Hans ist mitgekommen und sucht ein Geschäft für Yachtzubehör. Nach fast zwei Stunden Wartezeit werde ich dann endlich aufgerufen. Eine Mitarbeiterin übersetzt für die Ärztin mein Englisch in Portugiesisch, Blutdruck messen, abtasten, Zunge rausstrecken und Fieber messen. Dann wird festgestellt, dass man hier zu keinem Ergebnis kommt, es müssen umfangreichere Tests gemacht werden und ich werde an die Klinik in der Hauptstadt Funchal verwiesen. Mit einem kurzen Schreiben und um 40.- € ärmer verlasse ich das Center und schaffe es noch rechtzeitig zum Supermarkt Pingo Doce, wo Sergio uns wieder aufsammelt.

Der Segelmacher bringt das reparierte Großsegel wieder, nimmt die Fock mit und misst den Großbaum aus für eine neue Segelauffangtasche mit LazyJack System. Damit soll das Segelbergen einfacher und gefahrloser werden.

Abends bringen wir noch schnell ein Mückennetz über unserem Bett an, jetzt können diese Plagegeister uns nicht mehr aussaugen und die Nächte verlaufen ohne Kratzattacken.


Mittwoch, 11.11.09 

Madeira  0 SM 

Morgens mit dem Marinabus in die Hauptstadt Funchal. Sergio hat dort zu tun und setzt mich an der Klinik ab, zurück muss ich dann mal sehen. Jetzt geht es los, "Emergency Room" lässt grüßen (habe ich zwar noch nie gesehen, aber stelle ich mir so vor). 1. Aufnahme 2. Arzt am Eingang der Urgentia 3. nochmalige Aufnahme 4. Arzt, der vorsortiert und mir ein Plastikarmband verpasst 5. Wartezimmer mit Aufruf nach einer Stunde 6. Untersuchung durch eine Ärztin – Anordnung Bluttest und Röntgen 7. Zwei Stunden warten mitten in der Notaufnahme – im Minutentakt werden Bahren in den kleinen Raum gefahren, es herrscht ein unbeschreibliches Chaos und Gerenne, irgendein System in dem Ganzen kann ich nicht sehen, die Mitarbeiter und Ärzte sind hauptsächlich mit ihren Computern beschäftigt (am eindruckvollsten war die Ärztin in den kobaltblauen Stilettos), irgendeine Art von Patientenansprache konnte ich nicht erkennen, alle sind unfreundlich, missmutig und schlecht gelaunt. 8. Nachdem ich schon kurz davor bin, die Klinik unbemerkt wieder zu verlassen, werde ich dann doch noch zum Bluttest gebeten und irgendwann schließt sich dann auch noch das Röntgen an. Wie gut, dass ich von Catia im Marinabüro vorgewarnt war ( "They are very boring") und mir Verpflegung, Wasser und ein Buch mitgenommen habe. 9. Arzt zur Abschlussbesprechung- Blutbild in Ordnung, Röntgen in Ordnung- keine Diagnose, mit einem Rezept für ein paar Schmerztabletten und einem Blutbild in portugiesisch kann ich wieder gehen. 10. Nach über fünfstündigem Aufenthalt fehlt dann nur noch bezahlen 147.- €.

Fazit : in diese Klinik möchte ich nicht wirklich krank eingeliefert werden, bisher bin ich immer erst mit "Kopf unterm Arm" zum Arzt, ich glaube, dass halte ich auch weiterhin so.

Der Tag ist fast um, ich laufe bis zum Hafen (wo sollte ein Segler auch sonst hingehen), trinke dort einen Kaffee und stärke mich mit der Spezialität der Insel – einem lebkuchartigen übersüßen Honigkuchen. Der wird mit Messer, Gabel und Löffel serviert, hat mir aber nicht besonders geschmeckt. Das Boot von Silke und Pete (www.ohnegeldumdiewelt.de), die eigentlich noch hier sein müssten kann ich nicht entdecken, sonst hätte ich mich dort erstmal erholt. Die Suche nach der richtigen Bushaltestelle gestaltet sich schwierig und nachdem ich dreimal in eine andere Richtung geschickt werde und der letzte Bus laut meinem Fahrplan bereits weg ist, leiste ich mir ein Taxi (30,-€). Zum krönenden Abschluss erwische ich einen Taxifahrer mit üblem Mundgeruch, aber sehr nett, erzählt mir viel über Madeira.

So ist jetzt eine halbe Woche vergangen und von der Insel haben wir noch nicht viel gesehen. Allerdings kommt man hier aus der Marina ohne Mietwagen auch kaum weg. Der erste Bus fährt um 10.20 Uhr nach Funchal, der letzte um 15.30 zurück, aber bei 70 Minuten Fahrzeit bleibt da nicht viel Raum für irgendwelche Unternehmungen.


Donnerstag, 12.11.09  

Madeira  0 SM 

Hans probiert den neuen Tauchanzug aus. Das Wasser ist klar, hat angenehme 23 Grad, man kann bis zum Grund sehen. Bewuchs am Unterwasserschiff haben wir keinen, was für ein gutes Antifouling (Anstrich am Unterwasserschiff, der Algen- und Muschelbewuchs verhindern soll) spricht. Unseren Geber vom Speedometer, an dem wir Bewuchs vermuten kann er nicht sichten, weil er ohne Flossen und Bleigürtel nicht tief genug runter kommt.

Nachmittags auf einen Kaffee und Apfelkuchen ins Marina Cafe. Frisches Brot gibt es auch wieder, der Ofen war bis gestern defekt.

Freitag, 13.11.09 

Madeira  0 SM 

Ausflug mit dem Linienbus für 1.-€ in das Örtchen Canical, bekannt für seine Walfang Vergangenheit, die 1981 endete, als Portugal das Washingtoner Artenschutzabkommen unterzeichnete. Das entsprechende Museum „Museu da Baleia“ ist leider wegen Installationsarbeiten geschlossen. Lediglich die beiden dazugehörigen Souvenirbuden sind geöffnet. Ob aber die beinernen, angeblich aus Walknochen hergestellten Segelschiffmodelle, Walschnitzereien etc. echt sind, sei mal dahingestellt.

Der Ort mit 2000 Einwohnern ist klein und überschaubar. Canical ist erst seit 1956 erreichbar und an das Straßennetz angeschlossen. Vorher war das nur per Boot oder auf einem Fußpfad möglich, der heute als Wanderweg dient. In jedem Garten wachsen Avocados, Bananen und sonstige Früchte, wunderschöne Rizinuspflanzen und natürlich Pampasgras in Baumgröße. Ein kurzer Einkauf im Mini Mercado und Besichtigung des kleinen Friedhofs, dann gibt es zum Abschluss im Cafe an der Bushaltestelle leckeren Cafe com leite für 1.- €. In den zahlreichen Cafes und Snackbars sitzen überall Leute, die nicht wie Touristen aussehen. Der Bus kommt mit Verspätung, jetzt erst einmal den Einkauf nach Hause schaffen und dann ist noch eine Wanderung auf die Nordseite der Insel geplant.

Silke und Pete kommen noch kurz aus Funchal mit dem Mietwagen zu Besuch, irgendwie habe ich die Sparrow dort im Hafen  übersehen.

Nachmittags mache ich mich auf zum Miradouro (Aussichtspunkt). An der Baustelle vorbei geht es eine gute Stunde den Berg hoch. Zu sehen gibt es sehr schöne Felsformationen, Porto Santo im Dunst und die Islas Desertas. Viele Eidechsen huschen zwischen den Felsen umher, Sukkulenten mit orangenem Blütenstand, Agaven und Kiefern. Aber selbst hier oben bleibt man vom Touristennepp nicht verschont. Ein Verkaufsstand mit Schmuck und Panflöten CD´s beschallt den Berg, da fehlt ja nur noch der obligatorische Eisstand, der in der Hochsaison sicher auch hier steht. Einsamkeit in touristisch erschlossenen Gebieten sucht man halt vergeblich.


Samstag, 14.11.09 

Madeira  0 SM 

Ausflug mit dem Linienbus nach Machico, die zweitgrößte Stadt Madeiras, in der wir bisher nur den Supermarkt und das Medical Center kennen . Zum Hafen, durch etliche Gassen, der Stadtpark mit dem Rathaus und der Kirche, alles nett fertig gemacht. Ein Friseurbesuch in einem winzigen Laden mit nur einem Stuhl, Waschbecken und Sofa war auch mal wieder fällig. Noch ein kleiner Einkauf im Pingo Doce, dann geht es zurück in die Marina.

Kaffee gibt es bei Derek auf der Nauticat und er lädt uns für Sonntag auf ein Weinchen ein.

Abends kommt Ruben an Bord. Wir besprechen die Wetterlage für die Überfahrt nach Teneriffa und beschließen am Montag spät nachmittags eventuell zusammen auszulaufen. (Nachtrag: im Nachhinein gut, dass wir erst später loskommen – wir treffen Ruben in Santa Cruz wieder- er ist die ganze Strecke mangels Wind unter Motor gelaufen – der Wetterbericht hat mal wieder versagt).

Unruhige Nacht. Starkwind und Schwell verursachen unangenehme Schiffsbewegungen, die Leinen müssen häufig kontrolliert werden, man fühlt sich fast wie auf See. Nachts mache ich zwei mal einen Kontrollgang- alle Leinen halten, wir treiben noch nicht im Hafenbecken. Mein Skipper hört das alles nicht und schnarcht friedlich vor sich hin, ich kriege ohne Ohrenstöpsel kein Auge zu.


Sonntag, 15.11.09

Madeira  0 Sm 

Wanderung zur Ostspitze. Anschließend Regen, Sturm. Aber der Abend bei Derek ist dann noch nett.


Montag, 16.11.09 

Madeira  0 SM 

Immer noch hier. Der Segelmacher lässt uns hängen. Er war zwar morgens noch mal da um etwas nachzumessen, ich habe noch einmal darauf hingewiesen, dass wir nachmittags auslaufen wollen, aber gewartet haben wir umsonst.

Ruben fährt dann pünktlich um 16.00 Uhr zur vereinbarten Zeit ab, aber ohne Vorsegel können wir ja nicht los. Wäre schön gewesen auf der Überfahrt den Kontakt über UKW zu halten. Jetzt sind wir vermutlich vom Wetter her schon wieder schlecht dran. Ab Mittwoch Flaute, dann Starkwind, da sitzt uns langsam ein Termin im Nacken. Am 26.November wollen Sonja und Freundin Claudia uns in Teneriffa besuchen.

So gehe ich dann morgens noch mal einkaufen, Hinweg mit Sergio – zurück mit dem Bus, der stündlich fährt. Den ersten verpasse ich natürlich um knapp fünf Minuten, mit zwei schweren Rucksäcken möchte ich aber auch nicht mehr weiter und verbringe die Stunde Wartezeit auf den nächsten im Cafe an der Bushaltestelle, trinke mal wieder Cafe com Leite, der allgegenwärtige Großbildfernseher plärrt über mir, beobachte die Einheimischen und schreibe am Tagebuch. Zwischendurch kommen immer mal wieder Leute, die sich lediglich ein Glas Wasser holen, das offensichtlich umsonst ist. In Portugal ist es üblich einen Einkauf mit einem Cafebesuch zu verbinden, wie schon erwähnt, jedes dritte Haus beherbergt ein Cafe-Snackbar und ich habe noch nie eines ohne Gäste gesehen, egal zu welcher Tageszeit.

Mittwoch, 18.11.09 

Madeira Überfahrt – Teneriffa 

Nachdem ich am Dienstag über Joana im Marina Büro, den Segelmacher noch einmal habe anmahnen lassen, kam er dann auch abends, aber ein kräftiges Unwetter machte das Anbringen des Vorsegels und des "Main Drop Systems" unmöglich. Vertagung auf Mittwoch morgen und siehe da, Vitor erscheint pünktlich. Die Termine sind immer der Schwachpunkt, „amanha“ eben. Die Arbeit geht schnell voran, in anderthalb Stunden ist alles fertig, ein dickes Lob an Vitor für gute und kompetente Arbeit. Gesamtkosten 630.- € für die Reparatur von zwei Segeln und einer neuen Segeltasche ( 390.- €). Laut Ruben (von Beruf Segelmacher), ist das ein sehr günstiger Preis.

Ausklarieren und viel bezahlen (242.- € für 11 Tage - Strom, Wasser, Duschen incl.), von Catia mit Küsschen verabschiedet, Marinero Bruno wirft die Leinen los und auf geht es um kurz nach zwölf nach Teneriffa.

Kurs 180° bei 2 Windstärken. Bereits nach einer Stunde schläft der Wind ein  und bis zum nächsten Morgen muss der Jockel ran. Noch über 60 SM sind die Lichter Madeiras zu sehen. Sternenklare, dunkle Nacht.
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madeira
Sonnenuntergang Atlantik
Fliegender Fisch
Schlafplatz Hillus
Marina Quinta do Lorde
Marina und Großbaustelle
Machico Kreisverkehr
Machico Hafen
Frühstück auf See
Funchal Restaurant - Idee
Neuer Taucheranzug
Canical Walfang - Museum
Wanderung zum Miradouro
Machico - Parkanlage
Madeira Ostspitze
Segelmacher bei der Arbeit
so soll es mal werden...