Mittwoch, 16.09.09

Bayona – Viano do Castelo   33 SM  6,48 Std

Um 14.00 Uhr segeln wir über die spanisch-portugisische Grenze. Wind mit 3-4 von achtern, da reicht die Genua um mit 5-6 Knoten zu segeln. Teilweise recht rollig. Durch den gestrigen Starkwind steht noch Restwelle. Durch die bewegliche Fußgängerbrücke geht es in den kleinen Hafen.


Donnerstag, 17.09.09

Viano do Castelo  0 SM

Schönes altes Städtchen mit vielen engen Gassen und kleinen Geschäften. Aber wie so oft – Granit und Armani &Co, direkt daneben Verfall und Leerstand.

Preiswerter Liegeplatz. Es ist schon Nebensaison und so zahlen wir nur 14.-€ pro Tag. Sehr freundlicher Hafenmeister. Wetter heute bedeckt.


Freitag, 18.09.09

Viano do Castelo – Povoa de Varzim 21,6 SM  5,29 Std

Unruhige Nacht. Karaoke in hämmernder Lautstärke bis 2.00 Uhr nachts aus dem Restaurant neben dem Liegeplatz. Kein Talent dabei! Dann um 3.00 Uhr die Männer von der Müllabfuhr, die sich lautstark unterhalten.

Mittags abgelegt. Ruhiger Segeltag.


Samstag, 19.09.09

Povoa  0 SM

Schöne Altstadt, nette Einkaufszone und eine Markthalle, von der ich mich gar nicht wieder trennen kann. Unten Obst, Gemüse und Fleisch, im zweiten Stock Fisch, im dritten Bäcker, Kleidung , Haushaltswaren und Blumen, im vierten noch mal Obst, Gemüse und Kleintiere (Kaninchen und Hühner). Der Rucksack ist vollgepackt mit Obst und Gemüse für nur 5,-€. Nur wie man hier mit den Tieren umgeht hat mir nicht gefallen. Die werden zum Verkauf einfach in eine Plastiktüte gestopft – Ware halt!

Nachmittags erkunden wir die historische Altstadt. Kleine Gassen, schöne alte Häuser, aber auch hier viel Verfall.

Der Hafen ist sehr schön. Mit sauberen Sanitärgebäuden, Duschen inclusive, Waschmaschine 2,50 €. Sehr freundliche Marineros und drei marinaeigene Hunde. Wenn rundherum der Müll noch verschwindet und ein bisschen gepflanzt wird ist es hier sehr gut und mit 15,-€ pro Nacht relativ preiswert.


Sonntag, 20.09.2009

Povoa – Porto  17,4 SM  3,24 Std

Schönes Sonntagssegeln bei 3-4 Windstärken, NW, 5-6 Knoten. Der Hafen Leixoes (Porto) ist wie erwartet nicht sehr einladend. Industriehafen, ölig, stinkend, die Stege viel zu dicht, wir kommen nicht gut rein, da es bei unserer Länge nicht möglich ist gerade anzulaufen- die Gummikante vom Fingersteg zieht einen schwarzen Streifen ans Boot.


Dienstag, 22.09.09

Porto  0 SM

Wir stehen früh auf, da unser Besuch aus Wiesbaden heute um 8.30 landet. Gerade sitzen wir beim Frühstück, als wir ein ungewöhnliches Plätschergeräusch hören. Ein Blick in den Motorraum hebt den Adrenalinspiegel- der Alptraum jedes Seglers: Wasser im Schiff! Der Motor steht bereits halb unter Wasser, in der Pantry steht das Wasser bis unter die Bodenbretter. Die automatische Bilgenpumpe hat sich nicht eingeschaltet, Hans betätigt die Handlenzpumpe, ich krame Pütz und Ösfass aus der Backskiste und flitze zum Hafenmeister um Hilfe zu holen. Am Aufgang zur Kaimauer treffe ich auf Sonja und Jörg – Zitat der Begrüßung: "Habe keine Zeit euch zu begrüßen, wir saufen gerade ab, geht schon mal vor, Hans braucht dringend Hilfe" und weg bin ich. In der Werkstatt organisiere ich mit Hilfe eines anderen Seglers eine große Pumpe mit dickem Schlauch und renne zurück. Zum Glück ist die Batteriebank oben im Motorraum untergebracht, so dass die Bordelektrik keinen Schaden genommen hat. Die Urlauber schöpfen schon fleißig Wasser, die Pumpe wird angeschlossen und nach und nach sinkt der Pegel. Aber wo kommt das Wasser her? Der Verursacher wird gefunden- der Gummiflansch der Wellenabdichtung hat sich verschoben und so ist über Nacht kräftig Wasser eingedrungen. Gegen Mittag ist das Wasser wieder da wo es hingehört, der Motorraum ist mit Süßwasser gespült und die Stopfbuchse hat eine neue Schlauchschelle erhalten. Die Bilge in der Pantry ist ausgeräumt und alle Flaschen mit Süßwasser gespült und abgetrocknet. Das Schiff sieht aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, überall steht was rum. Es sickert noch von irgendwo immer wieder Wasser nach, so dass die Bodenbretter noch aufbleiben müssen und die Flaschen nicht wieder gebunkert werden können. Leider hat unser portabler Generator im Motorraum im Wasser gestanden. Er wird auseinandergenommen und alle Teile mit Süßwasser gespült, aber er springt nicht mehr an. Vermutlich ein elektrischer Schaden.

Der Urlaub fängt ja gut an. Sonja und Jörg wollen es wagen auf dem "untergehenden Schiff" und richten sich im Vorschiff ein.

Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Bus nach Porto, bummeln durch die Altstadt und am Fluss Douro entlang. Um 20.00 Uhr geht es mit dem Bus zurück und da ich nach diesem ereignisreichen Tag keine Lust mehr habe zu kochen, gehen wir portugiesisch Essen. Das Lokal ist sehr nett, wir sind die einzigen Gäste (das hätte uns zu denken geben sollen!) und die Vorspeisen kommen sofort. Kichererbsen, Bohnen (beides sehr geschmacklos), kleine Würstchen (schleimig), Hühnermägen (knorpelig) und noch irgendetwas undefinierbares, von dem wir nicht mehr wagen zu fragen, was es denn sein könnte. Der Hauptgang besteht aus fast rohem Fleisch (zäh) und Fisch (verbrannt) mit Kartoffeln (essbar). Aber der starke Kaffee hinterher und der Landwein schmecken. Das war das Menü für 10.- € pro Person.


Mittwoch, 23.09.09

Porto- Povoa  16,6 SM  4,23 Std

In diesem Hafen möchten wir nicht bleiben und segeln mit unseren Gästen zurück nach Povoa. Bei zu wenig Wind einen großen Teil unter Motor, so dass wir kein wirkliches Segelerlebnis bieten können.


Donnerstag, 24.09-Mittwoch 30.09.09

Povoa  0 SM

Die Tage vergehen mit Bummeln in Povoa, Strandbesuche und Bordleben. Mit dem gemieteten Kleinwagen machen wir einen Ausflug ins Landesinnere, haben aber kein ursprüngliches Dorf mehr finden können. Noch einmal wagen wir einen Restaurantbesuch in Povoa. Die Vorspeisen kommen noch bevor wir bestellt haben und wir wundern uns über die Menge. Melone mit Schinken, Oliven, Brot Sardellenpaste, Ziegenkäse- alles sehr lecker. Die Hauptspeise ist dann eher mittelmäßig, aber wir sind ja von den Vorspeisen fast satt. Aber dann kommt die Rechnung. Da hat man uns doch für die nichtbestellten Vorspeisen 17,50 € berechnet. Das Thema Essen gehen in Portugal hat sich jetzt für uns erledigt.

Jörg reist bereits am Sonntag wieder ab, er hat wieder keinen längeren Urlaub bekommen. Sonja bringt ihn zum Flughafen nach Porto. Nachmittags fahren Mutter und Tochter nach Porto und machen die Gegend unsicher. Wir besteigen als erstes den Torre dos Clerigos. Der höchste Turm Portugals mit 76 m, 225 Stufen aus dem Jahr 1763. Der Ausblick über die Altstadt von Porto ist fantastisch. Die Kletterei hat sich gelohnt. Nachdem wir uns mit Thunfischbaguette und Bier gestärkt haben, wandern wir auf die andere Seite über eine Eisenbrücke, die gebaut wurde von den Schülern Gustav Eiffels. Hier nehmen wir an einem Folklorefest teil- jeder der mittanzen möchte macht dort mit.

Zurück den Berg wieder hoch nehmen wir nicht die Bahn, sondern erklimmen mit zwei portugiesischen Rentnerinnen gemeinsam stöhnend die vielen Stufen. Die eine von den beiden fasst mich immer wieder am Arm, überschüttet uns mit einem portugiesischen Redeschwall, lacht sich halbtot und kriegt dann kaum noch Luft. Wir haben zwar nichts verstanden, aber Stöhnen ist in jeder Sprache gleich.

Sonja kauft noch einige Sachen beim Inder ein. Bauchtäschchen, eine weite Hose und eine Umhängetasche in ihren Lieblingsfarben.

Am Mittwoch geht der Flieger um 8.30 Uhr. Wir fahren Sonja zum Flughafen und nutzen den Leihwagen noch mal zum Großeinkauf im Lidl, bevor wir ihn wieder abgeben. Eine schöne Woche mit Superwetter war zu schnell um.


Donnerstag, 1.10.09

Povoa  0 SM

Unser Generator, den wir vor einer Woche hier zum Service gebracht haben ist immer noch nicht fertig. Also noch ein Wartetag. Da habe ich Zeit unsere Homepage mal wieder zu aktualisieren, zu waschen, das Vorschiff wieder einzuräumen, die Bodenbretter noch mal alle hochzuheben und Restwasser zu entfernen. Das Wetter ist heute bedeckt und diesig, die Sonne lässt sich nicht blicken.

Der Generator wird mittags geliefert. Er läuft zwar wieder, bringt aber keine Energie. Rechnung über 92,50 €. Da gehen wir doch lieber zur Vertragswerkstatt.

Neben uns hat ein junger deutscher Einhandsegler angelegt, der heute Abend zu Besuch kommt. Dirk mit der SYM aus Hamburg.

Der Abend mit Dirk endet um 2.00 morgens. Nachdem die Schiffs- und Segelgespräche beendet sind geht es dann um Politik und sonstiges. Schöner Abend mit vier Flaschen Wein und AntiPasti. Dirk ist mit seinem 9,60 Stahlboot für ein Jahr von Hamburg aus in die Karibik unterwegs und geht dann über die Azoren zurück. Er ist wie wir ein Newcomer, hat einige Sponsoren gefunden und zieht als erstes nach dem Anlegen seine Fahnen hoch.


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Viano - Park
Viano - Nr. 38 hat nur noch die Front
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Porto - Lagebesprechung
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Porto - Folklore
Dirk aus Hamburg