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Start Archiv 2009 Kanalinseln August 2009

Kanalinseln August 2009

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 Freitag, 14,08.2009

Cherbourg – Alderney  28,7 SM  5,25 Std

Um 15.30 Uhr geht es weiter. Vorher besuchen wir noch die Tauschbücherei im Hafenbüro und die Epicerie (Feinkostladen und Restaurant) daneben. Aber angesichts der Preise für allerlei delikate Dinge verzichten wir doch lieber – es müssen ja nicht unbedingt Entenschenkel und Pasteten sein.

Alderney - Haus am SeeIch bin froh, dass wir jetzt von diesem für mich traurigen Ort wegkommen. Das nächste Ziel sind die Kanalinseln. Mit wenig Wind laufen wir unter Genua aus, aber nach kurzer Zeit schläft er fast ganz ein und es geht unter Motor weiter. Wir halten uns etwa drei Meilen von der Küste und vom „Race of Alderney“ frei (Gezeitenwelle vom Atlantik wird hier in einen engen Kanal gezwängt mit bis zu 10 Knoten Strom). Nach der Rundung des Cap de la Hague ist die Kanalinsel Alderney bereits im Dunst zu erkennen. Rötliche Felsen, grün überzogen, der zweite Weltkrieg hat Bunkerreste und Befestigungsanlagen hinterlassen. Die Kanalinseln haben einen Sonderstatus und gehören nicht zu Großbritannien. Sie sind direkt der Krone unterstellt, haben eine eigene Währung, die britische und teilweise der € wird aber auch akzeptiert.

Eine Marina gibt es auf Alderney nicht, wir legen uns ins Ankerfeld im gut geschützten Naturhafen Braye Harbour, dessen Wellenbrecher noch aus dem 19.ten Jahrhundert stammen und teilweise unter Wasser liegen. Betonnung, wie wir sie sonst gewohnt sind gibt es nicht. Sorgfältige Ansteuerung ist wichtig.

Samstag, 15.08.2009

Wir stehen um 8.00 Uhr auf. Es ist trübe, diesig und kalt. Laut Statistik hat der August hier 12 Regentage. Wir haben unsere gelbe Q Flagge gesetzt und warten auf den Hafenmeister, der laut allen Berichten, die wir gelesen haben, ans Boot kommen soll. Mittags geben wir die Warterei auf und fahren mit dem Schlauchboot zum Alderney - Dingi-StegDingisteg. Einklarieren und dann zum Stadtbummel. Unglücklicherweise hat gerade ein Seacat (Schnellfähre) angelegt und so strömen viele Touristen ins Städtchen St. Anne. Wir machen unseren Rundgang bis das Nieselwetter uns wieder an Bord treibt.

Die Sonne kommt doch noch raus und wir machen uns noch einmal auf, um die Insel per Railway zu erkunden. 15 Minuten hin, 10 Minuten Aufenthalt am Leuchtturm, 15 Minuten zurück für 6.-€ pro Person. Na ja, zu Fuß wäre besser gewesen, aber mein Mann.....!

Den Supermarkt am Hafen entern wir dann noch, dort wird meine Visa Card akzeptiert (das war in französischen Märkten nicht immer der Fall), allerdings gibt es kaum Frischware.

Den Abend genießen wir in unserem „Haus am See“ mit Blick auf grüne Felsen und den Atlantik für preiswerte 6.-€ die Nacht.


Montag, 17.08.2009

Alderney – St.Peter Port Guernsey  24 SM  6 Std  übernachtet in Beaucette

Gestern Abend erreichen wir zwar noch den Hafen Beaucette (Guernsey) aber ohne Wind und gegen den Strom Beaucette - Hafeneinfahrtsind wir zu spät dran. Das Sill (Betonmauer, die das Wasser im Hafen hält und nur bei Hochwasser überfahren werden kann) ist bereits auf 1,80 m gesunken, da kommen wir mit 2,20 m Tiefgang nicht mehr rein. Der Hafenmeister kommt uns schon entgegen und weist uns an die außerhalb liegenden Mooringbojen. Zum Glück hilft er mit die Leinen durchzuziehen, da wäre ich ja wieder kaum drangekommen. Beaucette ist ein ehemaliger Steinbruch mit einer abenteuerlichen Einfahrt. Die Insel Guernsey kann nur in zwei Häfen angelaufen werden- Beaucette und St Peter Port. Es wird eine unruhige Nacht. Um 6.30 wollen wir einlaufen, aber Hans ist es noch zu dunkel. Wir warten bis 7.00 Uhr, vor uns läuft ein weiterer Bojenlieger ein, der uns, wie wir dann feststellen, den letzten Platz wegnimmt. Also wieder raus und eine Stunde weiter nach St. Peter Port. Da haben wir natürlich nicht mit gerechnet, der Navigationscomputer ist noch nicht an und die Gegend hier ist voll mit kleinen Felsen und Untiefen. Es bricht Hektik aus, zum Glück gibt es wenigstens zwei Fahrrinnentonnen um die wir erstmal herumkurven. Eine Stunde später sind wir heil in St. Peter Port. Ein Marine St. Peter Port - AussichtOfficer weist uns einen gerade frei werdenden Platz im Außenbecken zu, drückt uns gleich die Einklarierungspapiere in die Hand und kassiert 50 Pfund (60 €) für zwei Nächte. Es ist kalt und grau, vom mediteranen Guernsey Klima noch nichts zu spüren. Wir machen uns fein zum Stadtbummel und wieder geht es mit dem Dingi zum Pier.

Erstmal tauschen wir Geld. 50 Guernsey Pfund, die man nur hier ausgeben kann, da die Insel eine eigene Währung hat. Wir wandern durch etliche kleine Gassen und die Shopping Meile. Hübsche Häuschen, viele zu Cafes und Restaurants umgebaut. Aus dem Touristikbüro holen wir uns einige Unterlagen und fahren zu Mittag erstmal wieder an Bord. Nachmittags brechen wir auf zur Inselrundfahrt mit der Buslinie 7A, die die gesamte Küste abfährt. Fahrpreis -, 60 Cent. Das hat sich gelohnt. Wir waren 1,5 Stunden unterwegs und haben viel gesehen.

St. Peter Port - Castle CornetDienstag, 18.08.2009

Guernsey  0 SM

Besichtigung von Fort Castle Cornet aus dem 17. Jahrhundert. Sehr interessant.


Mittwoch,19.08.2009

Guernsey  0 SM

Früh geht es raus zum Tanken. Hier freut sich das Seglerherz. 469 Liter Diesel zum steuerfreien Preis von 0,56 Cent der Liter. Ohne Wind machen wir uns auf Richtung Biscaya. Mal schauen wie weit wir kommen. Ereignisloser Tag, wenn uns nicht der Zoll aufgebracht hätte. Um 17.00 umkreist uns ein französisches Zollboot. Vier Mann im St. Peter Port - steuerfrei TankenSchlauchboot werden abgesetzt und halten auf uns zu. Drei grimmig aussehende Beamte mit verspiegelten Sonnenbrillen kommen an Bord. Wir müssen alle Papiere vorzeigen. Fragen nach angelaufenen Häfen, Plänen, Drogen und Alkohol werden noch gestellt. Die Herren werden etwas freundlicher, als sie hören, dass wir um die Welt wollen. Nun ja, nichts gefunden, alle wieder ins Schlauchboot und ab. Dann wenden sie noch mal und betrachten intensiv etwas am Unterwasserschiff. Es wird heftig diskutiert und wir fragen uns schon, ob uns da einer Schmuggelware angeheftet hat. Es stellt sich heraus, dass sich nur Seetang ums Ruder gewickelt hat. Da haben wir aber noch mal Glück gehabt!


Donnerstag, 20.08.2009

Guernsey – L,aberwrac`h  112 SM 26,16 Std

Nachtfahrt. Bis 4.00 Uhr morgens bleibt es ruhig. Ab dann setzt der Strom und die Welle so gegen uns, dass wir zwei Stunden fast auf der Stelle stampfen. Vier Meter hohe Wellen machen uns das Leben schwer. Es schaukelt mal wieder dreidimensional. Ich höre unser gesamtes Geschirr scheppern, da ist wieder einiges zu Bruch gegangen. Unseren ursprünglichen Plan bis zur Insel Ile d´Ouessant zu laufen geben wir auf und entscheiden uns für L Aberwrac`h. Um 17.00 Uhr machen wir an einer Mooringboje vorm Hafen fest.

Silke auf der Sparrow Deutsche Stimmen aus einem vorbeifahrenden Schlauchboot. Silke und Pete aus Braunschweig liegen mit ihrem Boot Sparrow einige Bojen hinter uns. Abends kommen sie auf ein Glas Wein zum Erfahrungsaustausch an Bord. Die beiden haben ähnliche Pläne wie wir, haben auch alles aufgegeben und wollen auf ihrer 9 m Yawl um die Welt. Derzeit liegen sie mit Motorschaden hier fest und warten auf einen Austauschmotor aus der Heimat, der per Spedition geliefert werden soll.

 




Freitag, 21.08.2009

L`Aberwrac`h  0 SM

LÀberwrac'h - MorgenstimmungBummel in L`Aberwrac`h. Es gibt außer ein paar Restaurants und Cafes nicht viel zu sehen. Nachmittags mit Silke und Pete zum Markt gebummelt und Obst und Wurst gekauft. Zum Supermarkt 2 km den Berg hoch zu kraxeln konnten wir uns dann doch nicht entschließen.

Abends machen wir einen Gegenbesuch auf der Sparrow. Bei Rotwein und Käse gibt es viel zu erzählen.


Samstag, 22.08.2009

L`Aberwrac`h  0 SM

Putztag. Ich wirbele mit dem 12 Volt Staubsauger und anderen Gerätschaften durchs Boot und bald glänzt alles wieder. Morgens ist es hier immer kalt und diesig, wenn die Sonne rauskommt ist es dann sofort recht warm. Der Liegeplatz an der Boje ist mit 25,50 € recht teuer und wir wollen schnell weiter. Die starke Strömung hier erfordert genaue Berechnungen.

Abends verabschieden wir uns bei Silke und Pete. Wir sind gespannt, wo auf der Welt wir uns wieder treffen.

Sonntag, 23.08.2009

L´Aberwrac`h – Camaret sur mer  36,6 SM 8,48 Std

Camaret - AnkerplatzDer Chenal du Four ist heute zahm. Keine „overfalls“, uncomfortable conditions und schlimme Verwirbelungen, vor denen unser Reeds Yachtmen`s Bible warnt. Der Strom nimmt uns mit, aber der Wind kommt natürlich wieder von vorn. Seit wir in Frankreich segeln (bzw. mehr motoren) kommt der Wind überwiegend aus Süd /Südwest, also genau wo wir hin wollen. Wir legen uns ins kostenlose Ankerfeld, dafür werden wir aber bei Flut schön durchgeschaukelt.

 

 

 


Dienstag, 25.08.2009

Camaret sur mer

Mittags verholen wir ins Hafenbecken. Windstärke 6 in Böen bis 8 ist für die Nacht angekündigt, da wollen wir 01082009_002lieber nicht an dem unruhigen Ankerplatz liegen. Dafür platscht nachts die rückschlagende Stegwelle ordentlich ans Boot – hört sich an, als säße einer mit einem dicken Hammer unterm Boot. Da sich diese Geräusche auf das ganze Schiff übertragen, ist es mit dem Einschlafen schwierig. Aber der Skipper schläft ja fast immer gut, ich nehme die Ohrenstöpsel, dann geht es auch.

Ansonsten heute im Örtchen Camaret gebummelt.

 




Mittwoch, 26.08.2009

Camaret sur mer

01082009_003In der Nacht erreichen uns die Ausläufer des Hurrikans Bill, der vor der amerikanischen Küste gewütet hat. Wir studieren die Wetterberichte für die Überquerung der Biskaya. Da wir zu unsicher sind, lassen wir uns vom Wetterguru Dr. Schrader eine telefonische Beratung machen. Demnach geht es am Freitag Morgen los. 400 SM bis La Coruna an der spanischen Küste. Unsere bisher längste Strecke. Über 1100 SM liegen jetzt hinter uns und wir sind froh, dass wir dieses anspruchsvolle Tidenrevier ohne größere Blessuren überstanden haben.

zu den Bildern August 2009

 

 


Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. August 2011 um 10:12 Uhr