www.sy-destiny.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Logbuch Gomera ...ein Unglück kommt selten allein

...ein Unglück kommt selten allein

E-Mail Drucken PDF

Gomera San Sebastian  0 SM

Montag 1. März 2010

Heute könnte auch Freitag der dreizehnte sein, wenn ich denn abergläubisch wäre. Die Nacht war kurz und laufintensiv. Eine leichte Blasenentzündung zwingt mich häufig auf das "Örtchen" und da ich dafür jedesmal über meinen Skipper klettern muß, habe ich meine Morgengymnastik für heute bereits erfüllt. Ja, was soll ich sagen? Dann folgte das Gesetz der Serie...

  1. Die Seekoje im Durchgang ist nass. Laken, Matratze, alles was draufliegt natürlich auch, Cockpitkissen, Bücher etc. Die berühmte Frage "woher kommt das Wasser?" ist diesmal leicht zu beantworten. Wir haben im darüberliegenden Cockpit das Teakdeck für Renovierungsarbeiten abgeschraubt - es hat nachts geregnet - unser Wintergarten war nicht zu - und durch die offenen Bohrlöcher ist es dann stetig durchgelaufen!
  2. Vollbepackt mit den nassen Kissen stolpere ich über die Schwelle vom Niedergang - Ergebnis: zwei abgebrochene Fingernägel.
  3. Endlich will ich mal frühstücken, aber auch das ist mir heute nicht gegönnt. Auf meinem Cappucinoautomat "Mukka" hält das Ventil nicht mehr richtig und so verteilt sich eine Druckfontäne mit kochendem Kaffee-Milch Gemisch bis an die Decke und in der gesamten Pantry. Welch ein Glück sage ich mir, daß ich nicht auch noch danebengestanden habe. So brauche ich nur putzen, was ich vor drei Tagen gerade erst gründlich gemacht habe!
  4. Zeh verstaucht
  5.  Mittags beim Wäscheaufhängen bleibe ich mit den Zehen am Generator hängen, der gerade auf dem Achterdeck steht und da gar nicht hin gehört. Ein heftiger Schmerz und der vierte Zeh am linken Fuß steht in einem etwas anderen Winkel. Ich suche Rat in unserem Buch "Medizin auf See". Dort steht dann unter Verletzung der Zehen: "Ursache ist meistens Barfußlaufen an Deck" (stimmt!). Erste Hilfe: Hochlagerung, kühlen (mache ich). Weitere Behandlung: Brüche oder Ausrenkungen von Zehen lassen sich durch Zug am Endglied leicht richten oder einrenken (mache ich auch und werde fast ohnmächtig). Die verletzte Zehe mit einer gesunden Zehe zusammenbinden (macht Hans abends). Gehen auf der Ferse.

Abends humple ich einen Steg weiter und lasse meine Selbstdiagnose von Walter (unser Bordarzt im Seglerdorf) überprüfen. Habe alles richtig gemacht - Behandlung: Einreiben mit Teebaumöl und zusammenbinden. Honorar - ein Fläschchen Wein und Hundefutter. Wird ein Weilchen schmerzen, bin ich halt mal langsamer unterwegs und verpasse leider die nächste Wanderung.

StolperfalleAber der Tag ist noch nicht um. Ich stehe in der Pantry und koche, denke noch so "jetzt fehlt nur noch, daß ich in die offene Bilge trete (das Bodenbrett vor der Essecke fehlt, weil ich dort im Untergrund Rostfarbe gestrichen habe, die noch trocknen musste), indem kommt der Skipper, übersieht das dunkle Loch, mein Ruf "Vorsicht!" kommt zu spät,  er stolpert hinein und fällt gegen die Tür zum Vorschiff. Schmerzhaft, aber nichts passiert, sogar die Tasse, die er in der Hand hat ist heil geblieben. Da hat doch einer die Sicherheitsbestimmungen nicht beachtet und die Absperrung vergessen!

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. März 2010 um 16:32 Uhr