Mittwoch, 30.Juni 2010
Seit heute sind wir aus der Mückenbucht zurück in der Rodney Bay, haben als erstes die Werft angelaufen und den Anker in der Presse gerade biegen lassen. Kosten umgerechnet 40.- Euro. Jetzt liegen wir zwei Plätze neben der "Double Moon" am "Katzensteg". Der hat eine Geschichte. - Die Katze Susi von der Double Moon ist am ersten Tag im Hafen nicht von ihrem ersten Landausflug seit der Atlantiküberquerung zurückgekehrt. Meggi ist verzweifelt und sucht die gesamte Umgebung ab, spricht alle Schiffseigner im Hafen an und hängt Suchmeldungen auf. Tag um Tag vergeht, von Susi keine Spur. Zwei Abende fahre ich mit dem Dinghi von unserem Ankerplatz aus rüber und gehe mit Meggi nochmal das Gelände hinterm Hafen ab. Wir rascheln mit Futtersticks und rufen, sprechen alle Anwohner an - ohne Ergebnis. Weitere Unterstützung hat Meggi von einem Freund in Ibiza. Norbert, Architekt von Beruf, hat mediale Fähigkeiten und schickt jeden Tag Emails, wo die Katze sich gerade befindet. Er versichert, daß Susi nach 9-10 Tagen zurückkommt, sich jetzt auf dem Wiesengelände hinterm Hafen befindet und sich dort verkrochen hat. Ich kann als empirisch denkender Mensch und Realist diese Hoffnung nicht teilen und gehe davon aus, daß die Katze ertrunken oder überfahren worden ist. Aber Meggi und auch Walter als Arzt und Naturwissenschaftler glauben fest an Norberts Fähigkeiten. Am siebten Tag nach unserer abendlichen erfolglosen Suche sitzen wir noch auf ein Weinchen im Cockpit der Double Moon und hören in der Nähe eine Katze miauen. Alle drei springen wir auf und laufen auf die nächsten Stege, aber wir hören nichts mehr und Walter meint, auf dem Katamaran einen Steg weiter lebt auch eine Katze, die das gewesen sein könnte.Am achten Tag abends der Anruf von Meggi - Susi ist wieder da! Zwei Plätze weiter hat sie unter den Stegbrettern zwischen den Betonschwimmern gesessen und ist in einer schwierigen Aktion ( Meggi liegend auf einem Surfbrett unterm Steg) geborgen worden. Dünn, verschüchtert und mit schlammigen Pfoten, die darauf schließen lassen, daß sie wirklich in dem Sumpfgelände hinterm Hafen war, ist Susi zurück an Bord!! Ich verspreche eine Email an Norbert zu schicken, daß er einen neuen Fan hat. Es gibt wohl doch Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich rationell nicht erklären lassen.
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