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Tobago Cays - Rifferfahrungen

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Tobago Cays
Dienstag, 27. Juli - Samstag, 31.Juli 2010

Schweinehaltung in CanouanUnser Übernachtungsplatz in Charlestown, Canouan soll kurz erwähnt werden - der Ankerplatz vorm Tamarind Hotel war gut, teilweise kräftige Fallwinde, wenig Yachten, einige Mooringbojen der Charterfirma Moorings.  Unseren Abfall dürfen wir im Hotel entsorgen, als Gast versteht sich. Das wurde dann eine teure Müllentsorgung mit 25,- Euro für ein Bier und drei Rumpunsch. Aber wir wurden sehr freundlich begrüßt von den sechs Angestellten an der Bar ohne Gäste!  Das Städtchen Charlestown haben wir nach einem kurzen Rundgang schnell wieder verlassen. Müll wohin man nur schaut und wirklich nichts Sehenswertes.

SeekarteAber dann erwarten uns nur knapp fünf Seemeilen weiter die Tobago Cays. Wir liegen mitten im Nationalpark am Horse Shoe Riff mit seinen vier unbewohnten Inseln.  Zwischen Baradal und Jamesby machen wir am ersten Tag (geleitet von zwei Boatboys, die dann auch gleich Fisch verkaufen wollen) an einer Boje fest, die uns aber mit 15.- Euro zu teuer ist. Dazu kommt die Gebühr von 3,30 Euro pro Person und Tag.  Ankern ist erlaubt und so lösen wir uns von der Boje und verlegen uns ins Ankerfeld.  Das kleine Paradies hier schillert in allen Meeresfarben von Dunkelblau bis Hellgrün und wir liegen nur 200 m vom Riff entfernt.  Die Atlantikwellen brechen sich am Riff und der Passatwind bläst mit 4-5 Windstärken ungehindert darüber.  Das sagt mir natürlich sehr zu, weil ich dann die Hitze nicht so spüre.  Die erste Schnorchelstunde am Innenriff zeigt uns Doktorfische, Papageiendrücker, Lippfische, Zwergkaiser, Pinzettfische, Riffhaie und etliche Arten, die ich nicht kenne. Leider ist der sonstige Zustand des Riffs nicht gut. An Korallen finden sich nur noch Hirnkorallen und wenige Lederkorallen. Vieles ist am Absterben.  Niedere Tiere, wie Röhrenwürmer, Schnecken oder Seegurken haben wir nicht gesehen. Walter, der vor 20 Jahren hier zuletzt schorcheln war, ist entsetzt. Damals gab es eine vielfältige Korallenwelt. Den Grund für den schlechten Zustand des Riffs kennen wir nicht. Von den Parkrangern erfahre ich später, daß der Hurrican im Jahre 2004 vieles zerstört hat.  Sobald wir wieder eine Internetverbindung haben, werde ich im Netz recherchieren, um weitere Infos zu bekommen. Vermutlich spielt die Temperaturerhöhung der Meere eine große Rolle.  Bei unserem Landausflug auf grüner Leguan (Foto von Walter)die kleine Insel Baradal entdecken wir drei große Landschildkröten (die Art muß ich noch bestimmen) und ein fast  ausgewachsenes Grünes Leguan Weibchen. Natürlich ist genau in diesem Moment der Akku der Kamera leer.  Der Ausflug nach Baradal wird am nächsten Tag mit aufgeladenem Akku wiederholt. Ein gutes Dutzend Grüne Leguane sehen wir diesmal. Bewegungslos sitzen sie oben in den Bäumen und fallen den meisten Besuchern vermutlich gar nicht auf. Wir haben einen anderen Blick dafür, weil wir diese Tiere selbst gehalten haben.
Beim anschließenden Schnorchelgang gibt es eine freudige Überraschung.  Meeresschildkröten in der Größe von 60-80 cm fressen in den Seegrasfeldern und lassen sich von uns nicht stören. Eine lässt sich von mir anfassen, als sie zum Luftholen auftaucht.  Ich bin begeistert und sehr froh, daß ich es geschafft habe, mich unter die Schnorchler zu begeben. Inzwischen gelingt es mir auch, den Schnorchel und die Brille unter Wasser auszublasen, natürlich nicht ohne die ersten Male viel Salzwasser zu schlucken. Ja, aller Anfang ist schwer!
Faulenzer auf Petit BateauDas Inselchen Petit Bateau erkunden wir am nächsten Tag. Aber hier legen die Ausflugskatamarane an  - also gibt es einen Grillplatz, einen TShirt Stand und ausgetretene Wege.  Tiere haben wir außer Krabben, Schmetterlingen und einer Eidechse keine entdeckt. Aber viel Müll!! Dafür ist der Ausblick von oben auf das gesamte Riff sehr schön.
An Wasservögeln gibt es hier eine hübsche weiße Möwe mit schwarzem Kopf, eine weitere braune Art, Tölpel und Pelikane.  An Land eine kleine Taubenart und den "karibischen Spatz", der an Bord kommt und aus der Hand frißt. Lieblingsspeise Spaghetti!
Nach vier Tagen verlassen wir das Horse Shoe Riff der Tobago Cays mit der Hoffnung, daß sich der zunehmende Tourismus weiterhin mit dem Erhalt der Natur verträgt. Es geht weiter nach Union Island, der nächsten kleinen Insel nur 5 SM entfernt. Dort klarieren wir aus und laufen anschließend die Gewürzinsel Grenada an.

Fotos Monat Juli sind eingestellt unter Bilder!

Unter Treffpunkte neuer Bericht "Gisella".

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. September 2010 um 18:14 Uhr