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Start Logbuch Niederl.-Antillen Bonaire - die erste Station der ABC Inseln

Bonaire - die erste Station der ABC Inseln

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Grenada - Bonaire (Niederländische Antillen)  407 SM  102 Std.
Mittwoch 25. August 2010 -          

AtlantikwetterDie Inselgruppe Los Roques haben wir aufgrund von viel Wind und Welle ausgelassen. Bei Windstärken zwischen 6 - 7 hat es mir mal wieder Spaß gemacht am Ruder zu stehen. Ich mag ja viel Wind und Welle, wenn es mit über 7 Knoten voran geht und die Destiny teilweise auf den Wellenbergen ins Surfen kommt.  Natürlich ist das Leben unter Deck dann nicht gerade angenehm, aber die viereinhalb Tage auf See waren schnell um. Am zweiten Tag die üblichen Seekrankheitsbeschwerden mit Migräne und Übelkeit, einige heftige Böen mit schwarzen Gewitterwolken und die letzten beiden Tage ordentlich Wind und Welle, so daß wir  Bonaire anstatt Los Roques angelaufen haben. Das war wirklich eine gute Entscheidung.  Auf dieser Insel, die gar nicht eingeplant war, gefällt es uns so gut, daß wir hier länger bleiben möchten und unsere Besucher mit dem Inselflieger von Curacao aus hierher umgebucht haben.
Wir ankern an der Mooring ( 10 US Dollar pro Tag) direkt vor der Hauptstadt Kralendijk. Bonaire ist bekannt als Tauchparadies. Glasklares Wasser und rund um die Insel und Nebeninsel Klein Bonaire Schnorchel und Tauchmöglichkeiten.  Im Städtchen "Holländische Gemütlichkeit", alles sauber und nett gemacht. Gesprochen wird Holländisch, Englisch, Spanisch und Papiamentu.  Die Insulaner sind sehr hilfsbereit und freundlich. Selbst in der Immigration und beim Zoll finden wir das erste mal auf der Reise wirklich nette Beamte vor, die natürlich auch gleich ein dickes Lob bekommen!  Der Papierkrieg ist schnell erledigt - nur zwei Formulare, die zum Auschecken wieder verwendet werden, so daß nicht alles doppelt ausgefüllt werden muss. So wenig an Bürokratie gab es bisher noch nicht. Sehr vorbildlich, da könnten sich andere Staaten ein Beispiel nehmen!
Potluck Fete auf Klein BonaireKaum angelandet flitzen schon drei Amerikanerinnen mit Hund im Beiboot herbei und bringen uns eine Einladung zur Potluck Fete, die am Nordstrand von Klein Bonaire am Freitag stattfinden soll. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen. Jeder bringt etwas mit und um zwei Uhr nachmittags geht es mit Sack und Pack, Campingtisch, Salat und Würstchen im Dinghi zur 2 KM entfernten Nebeninsel.  Die Fete ist ganz in amerikanischer Hand, da kommen wir um die üblichen Spiele nicht herum.  Begriffe raten, Wissensfragen etc.  sind da wohl immer beliebt. Meiner Meinung nach wird durch diese Spiele zuviel freie Kommunikation unterbunden, zum Reden kam es dann erst beim Essen.  Wie immer bei Seglern eine gemischte Truppe aus vielen Ländern mit interessanten Lebensgeschichten.  Gegen halb sieben schneller Aufbruch - die Moskitos kommen mit Anbruch der Dunkelheit.  Ein interessanter Nachmittag.
Karels Bar am Dinghi StegAm Dinghisteg bei Karel's Bar lernen wir Brigitte und Wilfried kennen. Die beiden sind ein Arztehepaar aus Osnabrück, haben sich hier vor einigen Jahren niedergelassen und finden sich fast täglich zur Happy Hour  am Seglertreff ein. Wir werden versorgt mit allen Inselinternas, wo was ist, was wann stattfindet etc.. Das Angebot uns zum Flughafen zu fahren, zwecks Umbuchung unserer Gäste nehmen wir dann auch gerne an. So etwas wie Busse gibt es hier nicht, scheinbar sind alle motorisiert.  Vielen Dank an die Beiden, das hätten wir selbst nicht so hinbekommen. Die Umbuchung gestaltete sich sehr schwierig, da ab Freitag ein Motorradevent (Harleytreffen) auf Bonaire stafffindet und alle vier Inselfluglinien durch die teilnehmenden Gäste belegt sind. Wir bekommen quasi die letzten Plätze. Für ihre Mühe laden wir die beiden für Donnerstag zum Chili aus der Bordküche ein. "Hot Chili" bei 32 Grad, das wird doch wohl alle zum Schwitzen bringen!!
eine Karettschildkröte (Foto von Wilfried)Wir liegen hier etwa 50 Meter vom Strand entfernt. Das Wasser ist glasklar bis zum Grund. Unterm Boot hat sich bereits viel Leben versammelt. Blaue Doktorfische, Pinzettfische, ein großer Französischer Kaiserfisch, der fast bis an die Hand kommt und einige juvenile Kaiserfische, die mit ihren gelben Streifen auf schwarzem Grund noch völlig anders aussehen wie die adulten Tiere. Bedauerlich, daß wir keine Unterwasserkamera haben. Beim Schnorchelgang bis zum Strandriff gibt es dann noch mehr zu sehen. Rund um die Insel sind im Tauchführer die jeweiligen Bestände an Korallen und Tieren aufgelistet. Der Meeresboden ist sauber - die  Tauchstationen sorgen mit regelmäßigen Einsätzen dafür, daß das auch so bleibt. Überhaupt ist auf der Insel alles sehr sauber und gepflegt. Alle 25 Meter steht eine Mülltonne und es finden regelmäßig Säuberungseinsätze von Schulen und anderen Organisationen statt.  Die Verantwortlichen haben es hier geschafft, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für ihre Umwelt zu wecken. Das betrifft auch die Tiere. Streuner und wilde Katzen finden sich nicht. Es werden regelmäßig kostenlose Sterilisierungen angeboten, die einzige Möglichkeit das Tierelend in Grenzen zu halten.  Wenn ich bedenke, was wir auf den letzten Inseln an räudigen, halbverhungerten Hunden und Katzen gesehen haben.... allein deshalb fühlen wir uns in Bonaire schon sehr wohl.

zu den Bildern August 2010

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Juli 2011 um 15:03 Uhr