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Sushi im Indianerland

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San Blas, Isla Elefante  0 SM

Mittwoch, 1. Juni - 15.Juni 2011                                                           Bilder- Mai 2011  sind eingestellt

Aus der alten Heimat wird uns berichtet von Spargel und frischen Erdbeeren - das gibt es hier nicht, aber dafür andere Delikatessen.....nämlich Sushi. In Sachen Fisch sind wir als Sauerländer ja nicht gerade sehr erfahren. Frischen Fisch gab es Stefan mit Dog Snapperbei uns nicht einmal zu kaufen. Das Angebot beschränkte sich auf Seelachs aus der Tiefkühltruhe und Pangasius Filet von BoFrost. Gelegentlich, wenn Sohn Marco mal Anglerglück hatte, auch mal frische Forellen aus der Ruhr. Aber hier lebt man mit dem, was das Meer bietet.

Stefan von der "Sawadi" hat einen 5 kg schweren Dog Snapper geschossen. Für eine Person und ohne Tiefkühltruhe natürlich viel zu viel. Also werden wir zusammen mit Michael von der "Gibsy" eingeladen. Getränke bringt jeder mit, ich backe noch frisches Brot und Stefan ist heute der "Chef de cuisine".

Für uns eine ganz neue geschmackliche Erfahrung. Rohes, in dünne Scheiben geschnittenes Fischfilet, eingetunkt in verschiedene Dips, dazu frisches Brot mit von Stefan frisch zubereitetem Humus, ein Brotaufstrich aus Kichererbsen. Mir hat es geschmeckt - Hans bleibt lieber bei der gebratenen Zubereitung. Mal wieder ein schöner Abend unter Segelfreunden mit Diskussionen über dies und das.

Bei der momentanen Hitze in Verbindung mit wenig Wind, fällt arbeiten schwer und so ist an einigen Tagen nur Schwimmen und "Lesestunde" angesagt. Ich bin gerade bei Wilfried Erdmann "Allein gegen den Wind" nonstop in 343 Tagen um die Welt. Obwohl ich diesen angekündigten Rekorden und ihrer Umsetzung Abendrot am Ankerplatz - Isla Elefantenichts abgewinnen kann, ist das Buch in Logbuchform doch irgendwie beeindruckend. Vielfältige Gefahrenmomente, oft an der Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit. Auch als Paarsegler weiß man um diese Augenblicke, wo man an Aufgeben denkt, nach Beinahe Kollisionen oder Stürmen oder einfach nur wochenlangen unbequemsten Lebensbedingungen. Die Frage "was mache ich hier?" hat sich wohl jeder Langzeitsegler schon gestellt. Dann wieder die schönen Momente, die alles Schlechte vergessen machen. Der Sternenhimmel in der Nacht, die Gedankenfetzen während einer Nachtwache, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, intensives Erleben immer wieder neuer Länder mit ihren Bewohnern, das "Wohnen" in der Natur, die Seglergemeinschaft, die ständige Bereitschaft Neues zu entdecken, die ganze Welt als Zuhause. Darum sind wir hier und auch wenn ich mich zu den Agnostikern zähle möchte ich diesen Absatz mit Vers 18,11 aus dem Lukasevangelium schliessen, den ich gerade in meiner Lektüre gelesen habe

"Gott, ich danke dir, daß ich nicht wie die anderen Menschen bin."

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 12. Juni 2011 um 13:52 Uhr