Isla Elefante, West Lemmon Cays - Soledad Miria - Isla Linton
15. - 31. Oktober 2011
Nach unserem fast dreiwöchigen Ausflug in die East Lemmons sind wir wieder zurück in Isla Elefante. Eine leichte Kollision gibt es mit einer Sandbank in der Einfahrt im nordöstlichen Kanal in die West Lemmons - aber Stahl ist
härter wie Sand und wir kommen im Rückwärtsgang wieder frei! Nie wieder werden wir über andere "Aufsitzer" lächeln!! Die Sicht war schlecht gegen die Sonne und auch noch ein Wegepunkt falsch eingegeben. Ein Unglück reicht natürlich nicht...als nächstes streikt die Ankerwinsch. Der Anker hält nicht beim ersten Versuch und wir sind zu nah an der Sandbank. Beim Hochholen gibt "Herr Nilsson" den Geist auf und 45 m Kette müssen von Hand eingezogen werden. Wolfgang von der "Vonnie-T" eilt zu Hilfe...das endet für beide mit Rückenschmerzen. Jetzt heisst es mal wieder ausbauen, zerlegen, Ursachenforschung. Eine schmierige Angelegenheit! Eine mechanische Ursache findet sich nicht, wohl aber ein Blinker mir Angelschnur in der Trommel. Alles wird gesäubert und neu gefettet und dann geht es an die Zerlegung des Elektromotors. Eine Beschreibung dafür gibt es leider nicht, aber hier liegt wohl das Problem. Zwei der vier Kohlen sind festgebrannt. Na prima...Ersatzteile sind keine an Bord und die Herstellerfirma Maxwell hat ihren Sitz in Neuseeland. "In Panama heisst es improvisieren" meint Capitano und das gelingt ihm! Nach drei Tagen Bastelarbeit läuft das wichtige Teil wieder. Der Originalpreis steht noch unterm Gehäuse 2268,34 $, vermutlich im Baujahr 1988. Eine Weile wird es hoffentlich halten. Wir hoffen übers Internet neue Kohlen aufzutreiben. Der Elektromotor ist ein Teil aus der Autoindustrie.
Unsere Wassertanks sind fast leer und die Lebensmittelvorräte auch. Also machen wir uns mal wieder auf den
Weg nach Soledad Miria, wo es das gute Wasser aus den Bergen Panamas gibt. Zitterpartie...hält die Ankerwinsch? Sie hält!! Während das Wasser langsam den Tank füllt, entnehme ich einen Teil gleich wieder für die grosse Wäsche. Gespült wird diesmal mit Frischwasser, sonst erledigt das oft der Regen. Während der Regenzeit von Mai bis November gibt es häufig kurze kräftige Regenschauer, die sich für den letzen Spülgang hervorragend eignen. Dafür werden die Wäschestücke auf dem Achterdeck ausgebreitet, auswringen , aufhängen, trocknen. Zweimal haben wir unsere Wäsche für 5 $ bei den Kuna Frauen auf Isla Elefante abgegeben. Das Waschergebnis war in Ordnung, nur mit dem Falten nehmen die Damen es nicht so genau und wir haben alles recht knitterig zurückbekommen.
Nach dem Wasserbunkern kommt auf mich viel Arbeit zu. Die Betonpier in Soledad ist mit alten Autoreifen abgefendert und die hinterlassen am Schiff und allen unseren Fendern einen schwarzen Schmierfilm. Selbst mit
Spezialreiniger ist der schwierig zu beseitigen. Dabei haben wir doch so ein Fenderbrett! (wird zwischen Reifen oder Betonwänden und Fender am Boot gehängt). Nächstesmal denke ich bestimmt dran! Diese lästige Arbeit hebe ich mir für unsere nächste Station einen Tag später in Isla Linton auf.
Isla Linton - neuneinhalb Stunden Fahrt unter Motor. Nach einer Stunde ist der Wind weg, kommt später dann genau von vorne und um noch bei Tageslicht anzukommen müssen wir Gas geben. Gerade noch schaffen wir es, uns vor der Dunkelheit ins vordere Ankerfeld vor der "Affeninsel" zu legen. Die Bucht ist voll und hier vorne an der Front sind wir noch zu sehr im Schwellbereich des Atlantiks. Die Nacht wird unruhig. Es geht rauf und runter und von rechts nach links. Jede Menge Klappergeräusche lassen selbst den Capitano (der doch sonst nie was hört und immer gut schläft) aufstehen und Ursachenforschung betreiben.
zu den Bildern Oktober 2011
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