Panama, Isla Linton
15. - 30 November
Eine aufregende Nacht liegt hinter uns. Bei Windstärken von bis zu 35 Knoten hat der Anker in dem weichen Schlickgrund nicht gehalten und wir sind durch das halbe Ankerfeld gedriftet.
Bin durch irgendwas morgens um 4.00 Uhr wach geworden, habe sofort gemerkt, dass was faul ist, erste
Reaktion Motor an, raus und richtig...ich sehe nur das Emblem am Bug, wir stehen nur drei Meter vor der "Pinocchio" von Peter, der eigentlich 200 m von uns entfernt liegen müsste. Das Schlauchboot dient als Fender, sonst hätten wir jetzt eine Doppelhaushälfte der besonderen Art. Noch am Anker hängend gegengesteuert, nach dem Capitano geschrien, Anker hoch, null Sicht, ein Nachbarlieger leuchtet uns mit starkem Scheinwerfer, prasselnder Regen und wir nur im kurzen Hemdchen, klatschnass...Bewegung, Taschenlampen und viel Geschrei auf etlichen Booten...nach eineinhalb Stunden neues Ankermanöver, weit weg von allen, Adrenalinspiegel sinkt wieder. Zum Glück haben wir wie durch ein Wunder niemanden in dem dichten Ankerfeld beschädigt. So vergehen hier manchmal die Nächte!!
Da haben wir uns aber eine ordentliche Party verdient. Die Deutsch-Amerikaner Peter und Dana von der "Kokomo" nehmen uns mit zur amerikanischen Thanksgiving Feier am 24.ten November. Auf einer Anhöhe in Puerto Lindo mit Blick über die Ankerbucht wohnt die Amerikanerin Bennie, die nach dem Tode ihres Mannes in Panama geblieben ist und hier ein offenes Haus für alle Segler führt. Selbst uns, die sie heute zum ersten Mal trifft, bietet
sie an, in einem ihrer Gästehäuser zu wohnen. Manuela und Sid von der "Paradise" nutzen dieses grosszügige Angebot gerade und sind vom Boot in eines der kleinen Häuser in dem weitläufigen Parkgarten gezogen. So können sie in Ruhe ihr Schiff von innen aufarbeiten ohne im Chaos zu leben.
Die Party beginnt nachmittags um 15.00 Uhr. Etwa 30 überwiegend Amerikaner haben sich versammelt, der lange Tisch auf einer der Terrassen ist schön gedeckt, das von allen mitgebrachte Buffet ist riesig. Der obligatorische Truthahn und Schweinekrustenbraten mit Cranberrysosse, Bohnenauflauf mit Marshmallows, Pumpkincake, Applepie sind die traditionellen Gerichte und, und, und....Besonders beeindruckt hat uns das Haustier von Bennie, ein Faultier namens Duggar, auch Bandito genannt. Drei Hunde, eine Katze und unzählige Kolibris, die eine eigene Futterstation auf der Terrasse haben, gehören des weiteren zum Haushalt. Die Unterhaltung gestaltet sich für uns mit unserem Oxford Schulenglisch ein wenig schwierig, die amerikanischen Dialekte sind doch sehr gewöhnungsbedürftig. Ganze Silben werden verschluckt und so bleibt es bei unverbindlichem Small Talk. Mein Capitano ist der einzige Raucher und muss sich weit weg von allen begeben. Kugelrund machen wir uns mit Beginn der Dämmerung auf den Heimweg. Müde vom Essen geht es früh in die Koje!!
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