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Begegnungen und Notfälle

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Isla Linton  - Colon, Panama Shelter Bay Marina      25 SM                                      Bilder November sind eingestellt

1. - 31. Dezember 2011

Langerwartete Freunde sind eingetroffen. Die "Elsas" sind da. Vor elf Monaten haben wir uns zuletzt gesehen. Das war ein Wiedersehen. Birgit und Rainer mit Bordhund Chica haben es tatsächlich geschafft, sich in Curacao vom Grund "loszuschneiden". Viele Probleme verhinderten immer wieder ihre Abreise, aber jetzt sind sie Taucheinsatz der "Vonnie-T, Wolfgang und Heikeda und liegen neben uns in Ruf- und Sichtweite vor der "Affeninsel". Es gibt viel zu erzählen, die "Chemie" stimmt sofort wieder. Nur die Bordkasse stimmt bei den beiden nicht mehr so ganz und muss dringend aufgefüllt werden. Das klappt durch Zufall auch fast sofort! Über Funk bietet jemand eine Chartertour mit zehn Gästen an und um diesen Auftrag zu bekommen erklären wir uns nach einer kurzen Bedenkzeit bereit, uns zu beteiligen, denn die "Elsa" hat nur Platz für acht Gäste.

Eine Gruppe junger Leute aus Panama möchte das neue Jahr auf den San Blas Inseln in den East Lemmon Cays auf BBQ Island feiern, segeln, ein bisschen Robinson Feeling erleben, Fische fangen, grillen, in Hängematten schlafen etc....Aus den zehn Gästen werden dann zwölf, so dass wir jetzt vier Leute unterbringen müssen. Irgendwie wird es gehen! Für uns eine ganz neue Erfahrung, aber wir gehen es positiv an und hoffen auf eine nicht zu stressige Woche. Viele Vorbereitungen sind zu treffen, das Vorschiff mit den beiden Gästebetten muss komplett geräumt werden. Unsere Klappfahrräder, die eine der beiden Kojen belegen, bringen wir bei der Amerikanerin Bennie im Gästehaus unter und nach zwei arbeitsreichen Tagen hat alles andere auch einen Platz gefunden. Dann geht es an kleine Reparaturen, Ölwechsel, Einkauf, Waschen, Benzin holen und Betten beziehen. Gut, dass es im Moment oft bedeckt ist und damit etwas kühler. Die ersten drei Wochen im Dezember hat es fast nur geregnet, aber im Moment sieht es nach Wetterbesserung aus und der Nord-Ost Passatwind hat wieder eingesetzt.

Heiligabend - wir erwarten Besuch. Die "Elsas" und Thoralf und Gundi von der "Wigwam". Kurz vor Eintreffen der Gäste irritiert mich ein ungewöhnliches Schwappgräusch. Ein Blick in den Motorraum...oh Schreck, der steht halb unter Wasser. Der Ruf "Hans wir sinken" lässt den Skipper hochfahren. Die schnell eingestellte Überfahrt nach Colon, vor dem Panama KanalBilgenpumpe gibt nach zwei Minuten den Geist auf, Hans steht an der Handlenzpumpe und ich rufe über Funk nach Hilfe. Thomas von der "Anastasia" kommt mit einer grossen Tauchpumpe, die erst einmal den Motorraum von 2000 l  Atlantikwasser leerpumpt. Wir finden nichts...kein Ventil gebrochen, kein Wellenschaden, aber das Wasser läuft nach. Etwa 80 Liter Wasser pro Stunde plätschern von irgendwoher immer wieder in den Bilgensumpf nach. Die Bilgenpumpe ist inzwischen repariert und alle 30 Minuten stellen wir sie an. Auf den Schreck haben wir uns erst einmal ein Bierchen verdient und die Gäste kommen trotz der heiklen Situation an Bord. Da kann jeder einen Gesprächsbeitrag leisten...von Wassereinbrüchen & Co. Segleralltag halt!

Die Nacht wird kurz, an Schlaf kaum zu denken. Wir liegen auf 13 m Tiefe, da wollen wir dann doch nicht landen!  Wolfgang von der "Vonnie-T" kommt am nächsten Tag zum Tauchgang, entdeckt ein Loch im unteren Kielbereich und repariert mit Epoxy unter Wasser. Gespannt sitzen wir im Cockpit und hoffen auf Stillstand, aber vergebens, der Schaden ist wohl grösser. Es wird diskutiert und beratschlagt, viele bieten ihre Hilfe an. Unseren Chartergästen müssen wir absagen, da hat die Elsa jetzt ein Problem und muss alle übernehmen. Wir müssen in die Werft und das Unterwasserschiff auf undichte Schweissnähte und Roststellen untersuchen. Das Wasser wird mehr und die Sorgen ebenfalls. Die nächste Marina ist in Colon und 25 SM entfernt. Das bedeutet 6 Stunden Überfahrt bei Wind und Welle. Der Bilgensumpf wird mit verkeilten Brettern und Sikaflex Dichtmitteln zugemacht. Der befindet sich natürlich in einer schlecht zugänglichen Ecke im Seekojenschrank. Das bedeutet knieend mit dem Kopf nach unten zu arbeiten. Genau das Richtige für Skippers Rücken! Mit vielen geliehenen Geräten starten wir die angekommen im Travellift in der Shelter Bay Marina, ColonÜberfahrt. Von der "Elsa" kommt ein Generator, von der "Vonnie-T ein Transformer von 220 auf 110 Volt, von der "Cassandra" zwei Tauchpumpen mit Schlauch und Peter von der "Kokomo" segelt mit uns. Wir packen ein Notfallpaket mit Pässen, Geld, Schiffspapieren, Wasser und Ersatzkleidung. Das Dingi bleibt vorsichtshalber hinten angebunden und die Rettungsinsel steht auch bereit.

Am 28.ten wagen wir die Überfahrt in die Shelter Bay Marina in Colon. Die Sonne scheint, die Wellen sind zu hoch, aber der Wind so gut, dass wir unter Motor mit Fock fahren können. Immer wieder der sorgenvolle Blick auf die verklebte Konstruktion, alles ist bereit für einen grösseren Wassereinbruch, aber alles geht gut und fast könnte man von einem entspannten Törn sprechen. Unserem Begleiter Peter schmecken die Käse-und Rübenkrautschnitten mit selbstgebackenem Brot. Er übernimmt die Handy- und Funkgespräche mit der Marina kurz vor dem Einlaufen. Nach sechs Stunden laufen wir als Notfall in die Shelter Bay Marina ein und werden sofort aus dem Wasser gehoben.

Jetzt hängen wir über Nacht im Kran der exquisit teuren Marina (nur die Moskitos sind kostenlos), werden morgen an Land gestellt und können dann den Schaden begutachten. Trotz der geglückten Überfahrt sind wir sehr deprimiert, teure Marinas sind in der Bordkasse nicht vorgesehen

Wir bedanken uns bei unseren Segelfreunden von der "Anastasia", "Cassandra", "Elsa", "Kokomo", " Vonnie-T" und der "Wigwam" in der Isla Linton für ihre Hilfbereitschaft und tatkräftige Unterstützung.

Allen unseren Lesern wünschen wir einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bilder Dezember sind eingestellt

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. Januar 2012 um 23:29 Uhr