Panama, Colon Shelter Bay Marina Bilder Dezember sind eingestellt
1. - 12. Januar 2012
Den Jahreswechsel verbringen wir wie schon im letzten Jahr auf dem Trockenen. Einige arbeitsreiche Tage liegen hinter uns. Bereits beim Rausheben plätschert es kräftig aus dem Kiel. Erste Klopfproben mit dem Hammer hören sich nicht gut an. Der gesamte hintere Kielbereich ist durchlöchert und durchgerostet. Zwei große Flächen
müssen ausgeflext werden. Immer wieder kommen andere Yachties, Marinamanager und Arbeiter um den Schaden zu begutachten und jeder hat eine andere Idee, wie es weitergehen könnte. Beim Rost entfernen stellt sich der in den Kiel eingelassene Dieseltank ebenfalls als beschädigt heraus. Das bedeutet Diesel abpumpen, in Kanister füllen, Leitern runter und nach unten in ein Fass umfüllen. Nach mehreren geschleppten Kanistern lösen wir die Sache eleganter und kaufen einen langen Schlauch mit Anschluss an die Dieselpumpe. Zum Glück haben wir nur noch 180 l Tankinhalt bei einem Fassungsvermögen von 700 l.
Das Kranen kostet inclusive Hochdruckreinigung des Unterwasserschiffes 564 $, pro Tag zahlen wir hier 42,79 $ und verständlicherweise möchten wir so schnell wie möglich fertig werden. Silvester und Neujahr sind wir die einzigen auf dem Gelände, die arbeiten. Zum Abschluss des Arbeitstages gönnen wir uns jeder ein Bier im Restaurant der Marina und schlemmen dann unseren "falschen Hummercocktail" (Thunfischkomposition) mit einem "Kuba libre" hoch
oben an Bord. Den Jahreswechsel verschlafen wir in der Koje. Die eigentlich sehr schöne Marina konnten wir bisher noch nicht genießen. Swimmingpool, Whirlpool, Aufenthaltsraum mit weichen Ledersofas und Bibliothek, Yogakurse, Restaurant und Hotel wird geboten. Das Einzige, was wir genießen, sind die exclusiven Einzelduschräume am Ende eines arbeitsreichen Tages.
Ärger gab es beim Beamten der Immigration. Da wir uns durch unseren plötzlichen Aufbruch keine Zarpe ( Reisegenehmigung) mehr besorgt hatten, macht Senor Morales ein bisschen Theater und erklärt mir dann, anstatt 100 $ offizieller Strafe ( was er mir nicht schriftlich vorweisen konnte...) könnte ich ihm ja auch 50 $ geben und er betrachtet die Sache dann als erledigt. Obwohl ich diese Art von "Nebenverdienst" absolut verurteile, bin ich gezwungen, sein Spiel mitzuspielen, kann ihn aber auf 30 $ runterhandeln!!! Der Herr freut sich doch über jeden, der ohne gültige Papiere kommt!!
Schweißfachmann Guido, der abends zur Besprechung an Bord kommt, fragt dann auch sofort, um wieviel Senor Morales mich abgezockt hat!! Der unmoralische Senor Morales macht seinem Namen jedenfalls keine Ehre.
Zwei große Platten haben wir inzwischen aus dem hinteren Kiel geflext, Unmengen an Rost entfernt, das Unterwasserschiff abgeschliffen und für einen neuen Antifouling Anstrich ( Farbe mit Kupfer, die den Bewuchs verhindern soll ) vorbereitet. Verwendet wird Jotun, Seaforce 60 in rot, Kostenpunkt 600 $ für 5 Gallonen. Die drei "Elsas" werden nach dem Chartertörn zu uns an Bord kommen - Rainer hat ein Schweissgerät und hat seine Hilfe angeboten. Die deprimierte Stimmung an Bord ist wieder besser, wir sind trotz der Feiertage gut vorangekommen und freuen uns jetzt auf die "Elsas" mit Hund. Gemeinsam geht es dann voran!
Die Woche mit den "drei Elsas" geht schnell vorbei. Die beiden Männer flexen und schweissen um die Wette, wir Mädels streichen, kochen, organisieren, mischen Beton etc..Am Donnerstag, dem 12.ten sind wir endlich wieder im Wasser. Alles weitere erzählt Birgit im nächsten Bericht!
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