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Start Logbuch Panama Urlaub auf der "Destiny"

Urlaub auf der "Destiny"

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Urlaub in der Shelter Bay Marina, Colon Panama             Bilder Januar 2012 sind eingestellt

Am 5. Januar brechen wir schon früh auf Richtung Shelter Bay, um unsere Destiny Freunde dort aktiv zu unterstützen. Unsere dicke "Elsa" ist hoffentlich gut verankert und wir konnten zwei Aufpasser gewinnen.

Rainer flext passende Stücke aus der StahlplatteMit Roman, dem Segelmacher von der „Tanoa“ geht es mit Sack und Pack (Klamotten, Schweißgerät, Werkzeugen und Chica) in die Shelter Bay. Das erste Mal in unserem Leben sehen wir die 3 Panamakanäle. Tja. Leute, nicht nur einer!!

Zuerst passieren wir Numero uno, der im Bau ist und 2013 fertig werden soll und angeblich jetzt schon wieder zu klein ist für die Dickschiffe, die da noch gebaut werden sollen. Danach: Der aktive Kanal, in den grade dicke Pötte in die Gatunschleuse einlaufen und zu guter Letzt der erste Kanal, der von den Franzosen begonnen wurde und anmutet wie ein kleiner Bach.

Hillu und Hans erwarten uns schon, eine kurze Schnackrunde und schon gehen die Aktivitäten los:

Kabine einräumen, flexen und Material bei unserem Freund Ian bestellen. Er versprach, es uns zum Einkaufspreis zu beschaffen, nun hoffen wir nur noch, dass es bis zum Wochenende auch klappt. Die Marina hat aufgrund fehlender Konkurrenz exorbitante Preise und so lautet unser aller Motto:

Birgit - Mal- und PutzarbeitenKein Abhängen auf dem Bock!

Hans hat schon kräftig vorgeflext und Destinys Loch im Kiel wird noch größer, als Rainer rumprokelt und weitere Schwachstellen findet.

Hillu hat schon 2 Schichten Antifouling aufgetragen, und obwohl ich ein großer Kleckerfritze bin, helfe ich mit beim letzten Anstrich. Chica hat danach natürlich ein paar rote Flecken auf dem Fell.

Den nächsten Tag arbeiten wir Frauen ein langen Einkaufszettel ab, denn zwei weitere hungrige Mägen wollen ja schließlich gefüllt werden. Epoxy Primer muss auch noch gesucht werden, aber der erste Laden kann nicht überzeugen, dass er wirklich das hat, was wir brauchen und der zweite will einfach zuviel Geld. Das muss es doch billiger und in kleineren Mengen geben.

Ohne Primer, aber mit neuen Schleifscheiben und noch mehr Fresserchen kommen wir gegen 12 Uhr zurück an Bord. Die werden jetzt per Lastenaufzug alle in Sicherheit und Kühlung gebracht.

Chica im HundeaufzugPer Aufzug haben wir auch das Problem Chica- Transport lösen können, denn 25 kg sind einfach über zwei Leitern zu schwierig zu transportieren: Sie hüpft in unsere Reisetasche, Herrchen sichert sie und schon geht es mit Hillu an der Leine nach unten und so kann sie auch wieder abends an Bord kommen.

Hans und Rainer bearbeiten schon die große Stahlplatte, die Ian heute vormittag persönlich vorbei brachte. Für Panamatime wirklich außergewöhnlich schnell!!!

Destiny wächst allmählich wieder etwas zu, am Abend ist schon die 1. Platte am Kiel backbord teilweise angeschweißt.

Während unsere Männer am Samstag weiter verschweißen, machen Hillu und ich uns mit dem Shuttlebus der Marina auf den Weg nach Colon. Über eine lange Dschungelstrasse geht es zum Quatro Alto, einem Einkaufszentrum, wo die meisten aussteigen, nach Colon. In den dicksten Slums will uns unser nicht sehr freundliche Fahrer raus komplementieren- aber keine 10 Pferde bríngen uns hier raus. Wir bitten ihn, uns direkt bei der Pintura Omar ( Farbenfachgeschäft ) abzusetzen. Ja, diese Straße sieht schon etwas belebter und netter aus! FlickenteppichBei Omar bekommen wir endlich den richtigen Primer und auch noch zum guten Preis, ermutigt von solch kurzfristigen Erfolgen  stiefeln wir die 300 Meter zur nächsten Ferreteria, wo wir Elektroden pfundweise zu einem sagenhaften Preis ergattern. Jetzt sind wir richtig ermutigt, Down Town weiter zu Fuß zu erobern: Der nächste chin. Supermarkt ist unser und kaum haben wir das 1. Regal durchstöbert, stehen schon 3 Polizisten vor uns, die genau wissen wollen, was wir hier wollen und wo wir als nächstes hin wollen. Glaubhaft erklären wir ihnen in mühsamen Spanisch, dass wir auf dem Barco in der Shelter Bay wohnen und als nächstes zum Quatro Alto per Taxi natürlich fahren werden. Wo sind wir denn wieder gelandet? ( Anmerkung Hiltrud - Colon gilt als die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate Panamas. Touristen sollten sich nur per Taxi bewegen, Überfälle sind hier Normalität )

Unsere Männer schweißen weiter Destiny zu, die Löcher im Kiel werden stetig kleiner. Am Sonntag ist sie fast wieder komplett, jetzt kommt der Wassertest, ob sie auch wirklich an allen Schweißnähten dicht ist:Da muss nochmals nachgeflext und nachgeschweißt werden.

BetonmischerAm Montag, hier ist schon wieder Feiertag, machen wir Destiny noch ein wenig schwerer. Wir organisieren Zement, Hillu karrt den Sand heran und mit Wasser und Schweiß zaubern wir einen Brei, der in den hinteren Teil des Kiels kommt. Voller Eimer zwei Leitern hoch, leeren Eimer wieder mit runter und mischen, mischen. Hans schreit schon wieder nach Nachschub.

Zwischendurch werden Kohlrouladen zubereitet, denn bei der Maloche brauchen wir richtig deutsches Futter.

Natürlich haben wir auch Pausen, da gehen Hillu und ich durch den Dschungelpfad. Wir endecken eine kleinere Affenart, hören die Brüllaffen und suchen nach Tukanen und Jaguaren. Nischt ist!. Chica ist sehr aufgeregt bei diesen Spaziergängen an der Leine, klar die riecht wahrscheinlich Affenkacke. Wir sehen einen „woodpecker“, rote Birne und kräftig am hacken.

Die Natur ist auch ohne Tiere überwältigend, es gibt soviel zu bestaunen. Mann, sind wir klein dagegen!

"dicke Pötte" im PanamakanalAm Dienstag haben wir einen erneuten Einkaufszettel abzuarbeiten, heute nicht so einfach, da wir an der Gatun Schleuse eine Pause einlegen müssen: 2 Dickschiffe wollen geschleust werden, da ist die Autobrücke dicht. Wir klettern den Hang hinauf und wieder hinab und machen eine Photosession. Ob wir auch mal durchgehen werden?

Unterwegs erhalten wir neue Order“ Die Flex ist im A.., kauft mal eben ne neue.“ Der gut ausgestattete Baumarkt „Novey“ ist ganz in der Nähe unseres Supermarktes, so dass wir ihn gut per Shuttle Bus ohne Zusatzkosten erreichen. Die 2. Etage hat es uns nach Erledigung der Pflichtkür besonders angetan, hier gibt es alles, was Frau so braucht oder auch nicht. Für uns ist immer wieder faszinierend, was Smujtje eigentlich gar nicht mehr an Bord benötigt.

Zurück mit dem Taxi für 2 Dollar in den Supermercado,ordentlich einkaufen, das Sortiment ist wirklich gut und "alles fertig"preislich auch ok. und anstellen für den Bus .Die Amis drängeln und quetschen so, als ob sie noch nen Date in der Marina hätten... schlimm! Auf Curacao waren die wesentlich zivilisierter!

Am Mittwoch, dem 11. Januar, liegen wir in den letzten Zügen: Hillu streicht alle freien Stellen, an denen der Stempel versetzt wurde und den neuen Kiel, es wird aufgeräumt und weg gestaut, bis Annmarie und Bernhard von der „Mariposa“ zum Kaffee kommen: Sie benötigen für den 20. Januar noch zwei Linehandler für den Panamatransfer und Hans und Rainer erklären sich bereit für dieses Abenteuer. Später werden es Hillu und ich dann auch versuchen.

Am Donnerstag werden wir als erste nach einem heftigen Regenguss gekrant. Wir alle betrachten richtig stolz den neuen Kiel der Destiny: Watt ein schmuckes Schiff sie wieder geworden ist!!!!

Das bleibt leider während der Fahrt Strömung, ordentlich Wind und Welle gegenan nicht so. Zwar ist sie dicht, aber dieses Mal nehmen wir ordentlich Wasser von vorne auf, und da das Vorschiffluk nicht ganz geschlossen war, nehmen wir auch ordentlich Wasser auf: Matratzen, Karten, Bettzeug, die Getränkebilge, das Gästebadezimmer, zurück in ihrem Elementalles salzwasserdurchtränkt.  Wir kämpfen uns durch bis Portobelo, die weiteren 9 Meilen nach Linton schaffen wir bei den Wellen heute auf keinen Fall mehr im Hellen. Vieles muss jetzt sofort entsalzt werden und wir vier haben auch für heute die Schnauze gestrichen voll.

Hans und Rainer finden, dass wir uns ein blödes Hobby ausgesucht haben und wir Frauen erklären stante pede, dass wir schon von Bord gegangen wären, sähe jeder Segeltag wie heute unser „Hobbytag“ aus.....

Der nächste Tag ist Abfahrtstag zu der 9 sm entferten Insel Linton, wo unsere Dicke schon auf uns wartet. Vorher noch lecker Kaffee genießen, dumm rumschwätzen („wir gucken erst wieder Wetter, wenn wir in Linton sind, denn dann brauchen wir es nicht mehr“)  Heike und Wolfgang von der „Vonnie-T“ hatten uns vor hohem Seegang gewarnt, aber wir wollen jetzt „wech“.

Schon geht’s ans Ankeraufgehen und wir Mädels schrubben 60 Meter verschlammte Ankerkette. Kaum ist der Eumel oben und wir können lostuckern, macht es das allseits beliebte „bubb“ und der Motor quittiert seinen vorläufigen Dienst. Ja, Leute, das ist doch eigentlich das allseits bekannte Elsa-Syndrom.. aber hier auf der Destiny????? Das haben die beiden auch noch nie erlebt, dass le moteur einfach so seinen Dienst einstellt....wir kennen uns damit aus und schon sitzt Rainer im Motorraum. Viel Gefrickel und mit einigen Litern Motoröl beträufelt, meint Rainer den Fehler gefunden zu haben.

Wir beschließen, mit Taxi und Wassertaxi nach Linton aufzubrechen. Nein, nicht um die zwei in ihrem Elend allein zu lassen, sondern morgen mit unserem eigenen Schiff nach Portobelo zu kommen.

Dann haben wir alle Werkzeuge, Kleber und diverse Kleinigkeiten, die Rainer nun mal so braucht, um einen Motor wieder flottzumachen.

Unser Urlaub auf der Destiny ist zuende,  aber das Abenteuer in Portobelo geht ganz bestimmt weiter! Wir kennen uns ja selber gut genug!

zu den Bildern Januar 2012

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 08:01 Uhr