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Start Treffpunkte Gisella

Gisella

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"Wer Gisella nicht kennt, war nicht auf Gomera!" so sagt Gisella über sich selbst. Die erste Begegnung hatten wir auf einer Wanderung (siehe Logbuch Guanchenpfade), dann hörte ich, daß Gisella die erste Hubschrauberpilotin Deutschlands war, habe dann angefragt, ob sie für unsere Homepage interviewt werden möchte und so haben wir uns dann am vorletzten Tag unseres Gomeraaufenthaltes noch im Gartencafe getroffen und fast drei Stunden geredet.

Gisella (70 J.) ist geboren in Bautzen, die Mutter kurz nach der Geburt verstorben, aufgewachsen zum Teil bei einer Tante in Köln und zusammen mit ihrem älteren Bruder in Pflegeheimen. Ausgebildet zur Röntgenassistentin hat sie diesen Beruf wegen Strahlenschädigung abbrechen müssen und hat dann durch ihren damaligen Mann (Pilot) die Möglichkeit bekommen eine Ausbildung in der Hubschrauberstaffel Stuttgart zu machen. Ihre Tätigkeit zur Ausbilderin für Luftfahrt und Prüfungswesen hat sie in dieser Männerdomäne bis zu ihrem 47.ten Lebensjahr ausgeführt. Ständige persönliche Attacken und auch sexuelle Übergriffe von Vorgesetzten führen dazu, daß Gisella psychisch angeschlagen mit 47 Jahren die Staffel und ihre geliebten C 660 Hubschrauber verlässt. Sie bricht ihre Zelte in Deutschland ab und zieht auf die Kanareninsel El Hierro. Nach einigen negativen Erlebnissen mit Einheimischen folgte ein kurzer Zwischenaufenthalt in Deutschland, bei dem sie sich gerichtlich eine kleine Rente erstritten hat. Seit 1990 lebt sie jetzt auf Gomera.
Ihren Lebensunterhalt bestreitet sie seitdem durch die Betreuung von Fincas. Im Barranco Santiago hat sie elf Jahre als Selbstversorgerin fast autark gelebt und ihr selbst angebautes Obst und Gemüse auf dem Markt verkauft. Über das Rote Kreuz und die Johanniter macht sie später eine Ausbildung zur Schwesternhelferin und betreut ältere Einheimische und versorgt Alleinstehende im Hospital in Vallehermoso. Durch ihre guten Kontakte ergeben sich zwischendurch immer wieder Betreuungsaufgaben in Fincas. Auch auf künstlerischem Gebiet bewegt sie etwas. Ihre Ausstellungen mit Baumskulpturen finden Beachtung. Seit 2009 lebt sie in San Sebastian in einem kleinen Appartement neben der Kirche.
Gisella fühlt sich auf Gomera voll integriert. Ein Leben im hektischen Deutschland kann sie sich nicht mehr vorstellen, da sie auf dem Stand von vor 20 Jahren stehengeblieben ist. Gute Kontakte hat sie zum Seglerdorf, wo sie auch häufig zum Mitsegeln eingeladen wird oder sich mit den Wanderern unter den Seglern trifft. Menschliche Enttäuschungen und die vielen negativen Erlebnisse in ihrem Leben gleicht sie immer wieder durch die Liebe zur Natur aus und ihr Humor hält sie aufrecht.
Lange gesprochen haben wir über Wünsche,Träume und Hoffnungen, hier möchte ich einige Originalzitate anfügen-
"alles, was ich an schönen Dingen erleben darf, sollen auch andere erleben dürfen - teilen und hilfsbereit sein - auf niemanden heruntersehen - nicht immer nur die Hand aufhalten - kämpfen für Lebensfreude - die Tiere verstehen - versuchen über den Dingen zu stehen - daß die Menschheit wieder mehr zueinander findet und zusammenrückt - im Negativen ist auch Positives - eine Tür geht zu, die andere auf".
Für sich selbst wünscht Gisella, daß sie ein hohes Alter erreicht als "Springinsfeld", noch einen Partner findet mit gleichen Interessen, ihr noch die Möglichkeit gegeben wird etwas zu bewegen und sich noch ein Verleger für ihr Manuskript "der Rattenschwanz" (ihre Lebensgeschichte) findet.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 08. Februar 2013 um 04:33 Uhr